Meinung

Deutschland: Die SPD kämpft mit dem Rücken zum Abgrund

Umfragen sehen die Sozialdemokraten am Rand der Bedeutungslosigkeit, zugleich geben sie sich in der Regierung als Antreiber für Reformen. Zuerst das Land, lautet die Devise. Doch wie soll es weitergehen? Der Unmut wächst.

SPD Wahlkampf 2026 mit vier wichtigen Landtagswahlen und politischem Engagement für den Erfolg

2026 ist für die SPD mit vier Landtagswahlen ein entscheidendes Jahr Foto: Christophe Gateau/dpa

Anders als in einzelnen Wirtschaftszahlen ist bei der SPD kein Silberstreif am Horizont erkennbar. Während manche Maßnahmen der Bundesregierung scheinbar für mehr Optimismus und vollere Auftragsbücher bei deutschen Betrieben sorgen, dümpelt die SPD bei nur noch 13 Prozent Zustimmung in den Umfragen herum. Es ist nicht verwunderlich, dass der Unmut darüber insbesondere bei den SPD-Abgeordneten im Bundestag wächst. Und so haben sie sich am Donnerstag und Freitag bei der Jahresauftaktklausur deutlich über den Zustand beklagt. Weniger deutlich fällt jedoch bislang noch die Kritik an der Partei- und Fraktionsspitze aus. Bislang werden die Parteichefs Lars Klingbeil und Bärbel Bas, Fraktionschef Matthias Miersch und auch Generalsekretär Tim Klüssendorf eher geschont. Dennoch brauchen sie dringend ein Zeichen sozialdemokratischen Selbstbewusstseins. Etwas, das nach innen die Reihen schließt und Kritiker besänftigt.

Was das sein könnte? Natürlich ein ureigenstes SPD-Thema: soziale Gerechtigkeit. Und so hat man sich die Erbschaftssteuer herausgepickt, die nach einem für dieses Jahr zu erwartenden Bundesverfassungsgerichtsurteil ohnehin reformiert werden muss. Blöd nur, dass die Union als Koalitionspartnerin im Bund so gar nicht mitmachen will bei einer höheren Besteuerung extrem großer Erbschaften und Vermögenswerte. Trotzdem will die SPD nun in der kommenden Woche ungeachtet der Widerstände ein Konzept vorlegen und so vor allem das eigene Profil schärfen.

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