Analyse von außen
Die Sicherheit am Golf neu denken
Al Rayyan, Katar: Feuerwehrleute arbeiten vor einem beschädigten Lagerhaus in einem Industriegebiet nach einem iranischen Angriff Foto: Uncredited/AP/dpa
Seit Jahrzehnten exportieren die Länder des Golf-Kooperationsrats (GCC) Öl, reinvestieren ihre Petrodollars über westliche Märkte und erhalten im Gegenzug militärischen Schutz von den Vereinigten Staaten. Diese Vereinbarung wurde oft als strategisches Bündnis beschrieben. In Wirklichkeit handelt es sich eher um ein System des „Schutzes gegen Bezahlung“, in dem der GCC Sicherheitsgarantien durch Rüstungsverträge, Stationierungsrechte und geopolitische Ausrichtung effektiv erkauft hat.
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die inhärente Fragilität dieses Modells offenbart und die Glaubwürdigkeit der gesamten Abschreckungsarchitektur infrage gestellt. Trotz der massiven militärischen Präsenz der USA in der Region hat die Fähigkeit des Iran, die Straße von Hormus zu sperren und eine Flut von Angriffen auf den gesamten GCC zu entfesseln, gezeigt, dass die USA nicht einmal die Sicherheit ihrer eigenen Einrichtungen garantieren können, geschweige denn die der Golfstaaten. Amerikanische Stützpunkte und Personal sind zu verwundbaren Zielen geworden, selbst während die USA weltweit Macht projizieren.