Analyse von Joschka Fischer

Die USA in Europa: Wie Trump die EU zur Selbstverteidigung zwingt

Europa ohne die militärische und politische Präsenz der Vereinigten Staaten – wie wird dies werden? Präsident Donald Trump will und wird das nordatlantische Bündnis beenden, daran gibt es für mich keinen Zweifel.

Donald Trump schüttelt Hand von NATO-Generalsekretär Mark Rutte im Oval Office des Weißen Hauses

US-Präsident Donald Trump (r.) schüttelt die Hand von NATO-Generalsekretär Mark Rutte während eines Treffens im Oval Office des Weißen Hauses Evan Vucci/AP/dpa

Offen ist allein das Wann der formellen Kündigung der amerikanischen NATO-Mitgliedschaft, nicht aber die Frage nach dem Ob. Bündnisse wie die NATO sterben nicht an einem einzigen Tag oder durch einen einzigen formellen Akt, sondern sie fallen mit dem schwindenden Vertrauen in die Zusagen, auf denen ein solches Bündnis ruht. Und genau dies ist seit einem Jahr in der zweiten Trump-Präsidentschaft im nordatlantischen Bündnis der Fall.

Über die Jahrzehnte des Kalten Krieges hinweg und auch in der Zeit danach war die Präsenz der USA in Europa das entscheidende Strukturelement für den Schutz und auch die innere Stabilität dieses nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und auch nach dem Ende des Kalten Krieges wiedererstandenen demokratischen Gesamteuropas, und das hieß auch der entstehenden EU.

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