Trumps Zollhammer
EU plant Krisengipfel und prüft Maßnahmen zur Gegenwehr
Die Zeit der Beschwichtigung ist vorbei, nun beginnt die Gegenwehr. Diesen Eindruck vermittelt das hektische Treiben, das in Brüssel nach der jüngsten willkürlichen Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump eingesetzt hat.
EU-Ratspräsident Antonio Costa (l.) und die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bereiten Gegenmaßnahmen zu Trumps Drohungen gegen die EU-Staaten vor Foto: Luis Robayo/AFP
EU-Ratspräsident António Costa hat einen Sondergipfel der 27 Staats- und Regierungschefs einberufen, der voraussichtlich am Donnerstag in Brüssel stattfinden wird. Das Treffen soll eine Antwort auf Trumps „Zollhammer“ geben. Zuvor gibt es noch eine womöglich letzte Gelegenheit zum Dialog – beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Dort wird Trump am Mittwoch erwartet. Bereits am Dienstag soll EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen eine Rede halten.
Noch ist unklar, ob von der Leyen auf die harte Linie schwenkt, die Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron eingeschlagen hat – oder ob sie Kanzler Friedrich Merz folgt, der sich bisher sehr zurückhaltend geäußert hat. Klar ist hingegen, dass Brüssel reagieren muss. Trumps Drohungen heizen nicht nur den Konflikt um Grönland an, das er sich einverleiben will. Sie gefährden auch die europäische Wirtschaft und versuchen, die EU zu spalten.