Konflikt
Erste NATO-Soldaten auf Grönland – Generalsekretär Rutte wiegelt ab
Die Nachricht klingt spektakulär: Erste NATO-Truppen sind auf Grönland gelandet. Fast scheint es, als habe sich die NATO im Streit mit den USA auf die Seite der Europäer geschlagen – und als könne es jederzeit zum Showdown mit US-Präsident Donald Trump kommen.
Eine Maschine der dänischen Luftwaffe landete am Donnerstag auf dem Flughafen in Nuuk: Die dänische Regierung will ihre Militärpräsenz in Grönland ausbauen Foto: Alessandro Rampazzo/AFP
Die Realität sieht anders aus: Bei der Operation „Arctic Endurance“ geht es nicht um eine offizielle NATO-Mission, sondern zunächst nur um eine dänisch-europäische Initiative. Das Nordatlantik-Bündnis versucht, sich aus dem Streit über die von Trump angedrohte Annexion Grönlands herauszuhalten – oder es beschwichtigt.
Dies hat ein Auftritt von NATO-Generalsekretär Mark Rutte am Dienstag im Europaparlament in Brüssel gezeigt. Auf Einladung der Liberalen sollte Rutte einen Ausblick auf das neue Jahr geben. Der Niederländer redete über die Ukraine und die Gefahr aus Russland – doch über Grönland verlor er kein Wort. Auf Nachfrage wurde es nicht besser.