USA
Gregory Bovino: Das Gesicht von Trumps Abschiebe-Razzien
Er trägt eine olivgrüne Uniform mit Waffengurt und schusssicherer Weste zum teilweise kahl rasierten Schädel und wurde zuletzt gefilmt, wie er Demonstranten in Minneapolis brüllend mit einer Tränengaskartusche bewirft: Gregory Bovino ist das Gesicht der brutalen Abschiebe-Razzien, die US-Präsident Donald Trump angeordnet hat.
US-Grenzschutzkommandeur Gregory Bovino (M. mit langem Mantel) mag martialische Auftritte Foto: Octavio Jones/AFP
In Minneapolis spielt der Grenzschutzkommandeur eine besonders heikle Rolle, denn er verteidigt die tödlichen Schüsse gegen Demonstranten. Bovino ist Befehlshaber der US-Grenzschutzeinheit Customs and Border Patrol (CBP), die im nördlichen Bundesstaat Minnesota die Beamten der Einwanderungsbehörde ICE unterstützt – und das nicht nur im Vorgehen gegen Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis, sondern zunehmend gegen US-Bürger, die gegen die Einsätze demonstrieren.
Im Fall des am Samstag von Grenzschutzbeamten erschossenen Krankenpflegers Alex Pretti bezog Bovino sofort Stellung für „seine“ Leute. Nicht Pretti sei das Opfer, sondern die Grenzschützer, sagte er in einem CNN-Interview. Dabei machte sich Bovino die Darstellung der Trump-Regierung zu eigen, Pretti habe die Beamten mit einer Waffe bedroht, auch wenn Videos vom Tatort eine solche Deutung nicht zulassen. Sie legen nahe, dass ein Grenzschützer die tödlichen Schüsse abfeuerte, nachdem mindestens sechs Beamte Pretti zu Boden geworfen hatten.