Abstimmung in Schottland, Blockade im Oberhaus

Großbritannien streitet erneut über die Sterbehilfe

In Großbritannien gehen beim Thema Sterbehilfe erneut die Wogen hoch. Vor einer Abstimmung im schottischen Regionalparlament waren sich Befürworter und Gegner einer gesetzlichen Regelung lediglich einig, dass der Ausgang sehr knapp werden würde.

Britischer Gesundheitsminister Wes Streeting lehnt Sterbehilfe-Gesetz ab, spricht vor Parlament

Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting steht dem Gesetz zur Sterbehilfe ablehnend gegenüber Foto: Justin Tallis/AFP

Im Londoner Parlament streitet das Oberhaus seit Monaten über eine vom Unterhaus bereits beschlossene Vorlage. Nun wird der Ton schärfer: Kleine Lobbygruppen würden „Sabotage“ betreiben, behauptet die prominente frühere TV-Moderatorin Esther Rantzen: „Dabei hat die demokratisch gewählte Kammer dafür gestimmt, und die öffentliche Meinung ist auf unserer Seite.“

Tatsächlich ergeben die Umfragen stets eine Zweidrittelmehrheit für die Reform. Die ungeschriebene Verfassung des Königreichs bringt es mit sich, dass in unterschiedlichen Landesteilen unterschiedliche Regelungen gelten. So haben die autonomen Inseln Jersey (im Ärmelkanal) und Isle of Man (in der irischen See) bereits Sterbehilfe-Gesetze verabschiedet. Sie sollen im Herbst 2027 in Kraft treten, und zwar ausdrücklich nur für Ortsansässige. Schottland darf separat abstimmen; hingegen geht es beim Streit im Londoner Parlament sowohl um England als auch um Wales, dessen Senedd in Cardiff geringere Kompetenzen hat als Edinburghs Holyrood.

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