Großbritannien

In der Labour-Party wachsen die Zweifel an der Eignung von Keir Starmer

Wenn britische Kabinettsmitglieder mittwochmittags auf der grünen Regierungsbank im Unterhaus Platz nehmen, wissen sie genau, was von ihnen erwartet wird. Der Premierminister muss sich den Fragen der Opposition stellen, da heißt es Loyalität unter Beweis stellen: eifrig nicken, über Witze des Regierungschefs lautstark lachen, Oppositionsredner durch Zwischenrufe nerven und verunsichern.

Premierminister Keir Starmer bei einer Rede vor den entscheidenden Regional- und Lokalwahlen, innerparteilicher Druck steigt

Premierminister Keir Starmer könnte spätestens nach den anstehenden Regional- und Lokalwahlen innerparteilich schwer unter Beschuss geraten Foto: Handout/House of Commons/AFP

Siebenunddreißig Minuten dauert das allwöchentliche Spektakel an diesem Mittwoch, im Hohen Haus herrscht der übliche Radau, Labour-Amtsinhaber Keir Starmer kämpft ums politische Überleben. Aber Justizminister und Vize-Premier David Lammy sitzt vollkommen teilnahmslos mit unbewegtem Gesicht neben dem Chef.

Dabei war der 53-jährige bis vergangenen September Außenminister, und die bohrenden Fragen der Opposition drehen sich um Vorgänge im Foreign Office während seiner Amtszeit. Wieder einmal geht es um Starmers Berufung von Peter Mandelson ins Amt des Botschafters in Washington. Nach nicht einmal neun Monaten wurden dem Labour-Politiker seine dubiose Geschäftskontakte und die Freundschaft mit dem Sexualverbrecher Jeffrey Epstein zum Verhängnis. Seitdem machen immer neue Enthüllungen deutlich, wie schlecht Starmers Urteilsvermögen bei der umstrittenen Personalie war.

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