Wahlsieg von Magyar in Ungarn
Jean Asselborn: „Demokratien darf man nie abschreiben“
Die Ära von Viktor Orbán endete mit einer katastrophalen Wahlschlappe. Péter Magyar konnte sogar die Zweidrittelmehrheit im Parlament gewinnen. Der ehemalige Außenminister Jean Asselborn sieht darin einen Hoffnungsschimmer für die Demokratie.
Jean Asselborn hat das deutliche Wahlresultat in Ungarn überrascht Foto: Editpress/Alain Rischard
Tageblatt: Herr Asselborn, hat Sie das deutliche Wahlergebnis in Ungarn überrascht?
Jean Asselborn: Ja, wer hätte das gedacht? Es ist wichtig, dass Péter Magyar eine so große Mehrheit erhalten hat, damit er tatsächlich handeln kann. Denn man braucht eine Zweidrittelmehrheit, um alle Gesetze, die Viktor Orbán verabschiedet hat, rückgängig zu machen. Angesichts der Umfragen hatte ich mir bereits gedacht, dass es diesmal gut laufen könnte. Trotzdem war ich überrascht. Ich bin sehr froh, dass es so gekommen ist. Es ist gut für Ungarn und auch für Europa.