Spanien
Korruptionsprozesse beschleunigen Aufstieg der Rechtsextremen
Die Spanier suchen verzweifelt Wohnungen, doch in der öffentlichen Debatte steht derzeit etwas anderes im Mittelpunkt: die Korruption der politischen Klasse. Laut dem jüngsten Barometer des staatlichen Umfrageinstituts CIS ist die Wohnungsnot derzeit das größte Problem des Landes – doch gleich danach folgen „die Regierung und Parteien oder konkrete Politiker“.
Der frühere spanische Transportminister José Luis Ábalos beim Verlassen des Obersten Gerichtshofes im Oktober 2025 Foto: AFP/Javier Soriano
Für das politische Establishment ist das ein vernichtendes Urteil. Und zwar eines, das kaum überraschen kann. Denn in der spanischen Hauptstadt Madrid laufen derzeit zeitgleich zwei große Korruptionsprozesse, die wie unter einem Brennglas zeigen, dass Spaniens Traditionsparteien, die Sozialdemokraten (PSOE) und die konservative Volkspartei (PP), ihre Affären nicht loswerden.
Auf der einen Seite steht José Luis Ábalos, früher Verkehrsminister und einst einer der engsten Vertrauten des aktuellen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez. Auf der anderen Jorge Fernández Díaz, Ex-Innenminister der konservativen Volkspartei und enger Weggefährte des damaligen Regierungschefs Mariano Rajoy.