Deutschland
Merz und die Schwierigkeiten eines Parteitags
Spannung bei der CDU: Altkanzlerin Merkel kommt, Parteichef Merz will wiedergewählt werden. In der CDU gibt es Unzufriedenheit, dass Kanzler Merz in der Regierung mit der SPD zu viel Union-pur geopfert habe. Vor seiner Wiederwahl kontert der Vorsitzende mit einem Appell.
Plausch mit der Vorgängerin: Friedrich Merz und Angela Merkel, umrahmt von Armin Laschet und Annegret Kramp-Karrenbauer, beim CDU-Parteitag Foto: Kay Nietfeld/Pool/AFP
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann ist ein Riesenfan vom Sänger Phil Collins. Sein Lieblingslied: „Another Day In Paradise“. Man kann vermuten, dass für ihn und seinen Chef, den Kanzler und CDU-Parteivorsitzenden Friedrich Merz, dies für den Freitag in der Messe Stuttgart nur bedingt gilt. Nicht alles verläuft harmonisch in der CDU. Doch am Abend steht ein unerwartet gutes Ergebnis von 91,17 Prozent für Merz. Vielleicht ist das Paradies doch kurz mal greifbar.
Aber der Reihe nach. Zu Beginn des Parteitags am Freitagmorgen in Stuttgart warten die Fotografen vor allem auf eine: Altkanzlerin Angela Merkel. Die ehemalige Parteivorsitzende, die 16 Jahre lang regierte, hatte sich zum ersten Mal wieder angemeldet und gleich für Spekulationen gesorgt. Merkel will ein Signal der Geschlossenheit senden, hieß es aus ihrem Büro. Ob Merz das auch so sieht? Daran kann man zumindest Zweifel haben, die beiden sind sich mehr in Feind- als in Freundschaft zugetan.