BRÜSSEL

Nach Chat-Enthüllung: Keine personellen Konsequenzen bei der EVP

Die Fraktion der CSV im EU-Parlament hat enger mit rechten Parteien kooperiert als bislang bekannt. Bei einem Treffen von Abgeordneten ist man um Schadensbegrenzung bemüht.

Manfred Weber (CSU), EVP-Fraktionsvorsitzender, spricht bei offizieller Veranstaltung, betont Unwissenheit zu Thema

Will von nichts gewusst haben: Manfred Weber (CSU), Fraktionsvorsitzender der EVP Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Die Fraktion der CSV im Europaparlament will vorerst keine personellen Konsequenzen aus der Affäre um die Zusammenarbeit von Mitarbeitern mit Rechtsaußen-Parteien wie der deutschen AfD ziehen. Bei einer Sitzung der EVP-Abgeordneten in Brüssel seien mögliche Rücktritte oder Disziplinarmaßnahmen gegen Mitarbeiter kein Thema gewesen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Teilnehmerkreisen. Mehrere Abgeordnete hätten allerdings betont, dass es keine Zusammenarbeit mit Rechtsaußen-Parteien geben dürfe.

Recherchen der dpa hatten zuvor belegt, dass die EVP in der Vergangenheit deutlich enger mit der AfD und anderen rechten Parteien kooperiert hat als bislang bekannt. Sie arbeitete demnach jüngst mit dem rechten Flügel in einer Chatgruppe und bei einem persönlichen Treffen von Abgeordneten gemeinsam an einem Gesetzesvorschlag zur Verschärfung der Migrationspolitik. Das Vorhaben soll unter anderem die Abschiebung von Asylsuchenden in sogenannte „Return Hubs“ in Staaten außerhalb der EU ermöglichen.

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