Kosovo
Nach gescheiterter Präsidentenkür muss erneut ein neues Parlament gewählt werden
Kosovos streitbare Parlamentarier haben die ihnen gewährte Galgenfrist nicht genutzt. Weil sie sich zum wiederholten Male nicht auf die Kür eines neuen Staatsoberhaupts verständigen konnten, müssen ihre Landsleute im Juni erneut ein neues Parlament wählen – zum dritten Mal in 16 Monaten.
Der albanische Regierungschef Albin Kurti schafft es nicht, eine Zweidrittelmehrheit für die Wahl einer neuen Präsidentin zusammenzubringen Foto: Armend Nimani/AFP
Wenn ein Karren mutwillig in den Sand bugsiert wird, sind auch auf dem Balkan immer die anderen schuld. Die Opposition wisse, „dass Wahlen keine Lösung sind“, schimpft nach Kosovos gescheiterter Präsidentenkür Premier Albin Kurti (VV): „Sie wollen keine Verantwortung übernehmen, keine Macht. Und sie wollen, dass wir auch keine haben.“
Keinerlei Willen zur Kooperation wirft wiederum die Opposition der Regierung vor. Kurti und seine VV hätten bei den letzten Wahlen „nur 51 und nicht 100 Prozent“ der Stimmen erhalten, empört sich die frühere Europaministerin und stellvertretende PDK-Vorsitzende Vlora Citaku. Doch der Premier kenne „keine Zusammenarbeit und keinen Kompromiss“, so ihre Klage: „Du forderst die Unterwerfung, Albin. Aber die PDK unterwirft sich nicht.“