Parlamentswahlen in Ungarn
Orban erhält Wahlhilfe von Europas rechten Politstars
Javier Milei, Alice Weidel, Geert Wilders, Herbert Kick, Marine Le Pen und Matteo Salvini: In Budapest gibt sich dieser Tage das „Who’s Who“ der internationalen Rechtspopulisten die Klinke in die Hand, um Viktor Orban für die bevorstehenden Parlamentswahlen zu stärken.
Geert Wilders, Anführer der rechtspopulistischen „Partij voor de Vrijheid“ (PVV), bei der ersten großen Versammlung der „Patrioten für Europa“ in Budapest Foto: AFP
Knapp drei Wochen vor den entscheidenden Parlamentswahlen in Ungarn bricht der Reigen rechter Politiker in Budapest nicht ab. Am Montag machte sich Polens rechtsnationaler Staatspräsident Karol Nawrocki auf eine Reise nach Budapest. Dort wollte er am Abend den von der konservativen Opposition rund um Péter Magyar (Tisza-Partei) bedrängten Viktor Orban treffen. Die Kanzlei des Polen widersprach vor der Abreise Gerüchten, wonach Nawrocki, ein neuer Star der europäischen Rechten, in Budapest auch an der ersten Jahresversammlung der EU-Parlamentsfraktion „Patrioten für Europa“ teilnehme.
Die Beziehungen zwischen Warschau und Budapest hatten sich nach der russischen Invasion in die Ukraine merklich verschlechtert, da Orban an seinem pro-russischen Kurs festhielt. Im Wahlkampf stellt Orban die Ukraine – zu der vor 1920 auch das heute zur Oblast Transkarpatien gehörende Gebiet Großungarns zählte – neben der EU als größte Bedrohung für das heutige Ungarn dar.