Portugal

Präsidentenwahl: Der Rechtspopulist und Trump-Fan Ventura ist Favorit

In Europas Hauptstädten wächst die Nervosität: Ausgerechnet im traditionell proeuropäischen Portugal hat am Sonntag erstmals ein Rechtspopulist mit offener Sympathie für Donald Trump Chancen, in der Präsidentenwahl zu siegen. André Ventura, Chef der rechtsnationalen Partei Chega, steht für einen harten Law-and-Order-Kurs, protektionistische Wirtschaftspolitik und eine scharfe Abkehr von der europäischen Zusammenarbeit.

André Ventura, Chega-Chef, vor TV-Debatte zu Präsidentschaftswahlen, diskutiert Portugals Rolle in Europa und globaler Zusammenarbeit

Chega-Chef André Ventura vor einer Fernsehdebatte zu den Präsidentschaftswahlen: Noch einer, der glaubt, sein Land könnte es ohne weitgehende europäische Zusammenarbeit mit den Großen dieser Welt aufnehmen Foto: Patricia de Melo Moreira/AFP

Nach den letzten Umfragen liefern sich Ventura von der nationalistischen Partei Chega und der europafreundliche Sozialist António José Seguro ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In der aktuellen Erhebung, die Portugals öffentlicher Fernsehsender RTP und die große nationale Zeitung Público in Auftrag gaben, liegen beide Kandidaten nahezu gleichauf. Eine Entscheidung im ersten Wahlgang, für die ein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten müsste, gilt daher als unwahrscheinlich. Alles deutet auf eine Stichwahl am 8. Februar hin.

Der Rechtsnationalist Ventura, der im Ton und Stil an Trump erinnert, liegt nach diesem Meinungsbarometer mit etwa 24 Prozent knapp vorn. Der frühere Arbeitsminister und Ex-Vorsitzende der sozialdemokratisch orientierten Sozialistischen Partei wird bei etwa 23 Prozent gesehen. Auf Platz drei folgt der bürgerlich-liberale Europaabgeordnete João Cotrim de Figueiredo mit annähernd 19 Prozent. Dem Kandidaten der aktuell in Portugal regierenden konservativen Partei PSD, Luís Marques Mendes, werden mit 14 Prozent wenig Chancen eingeräumt.

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