Parlamentswahl in Slowenien
Rechtsausleger Janez Jansa hofft auf ein Comeback auf der Regierungsbank
Slowenien steht erneut vor einer Richtungswahl. Gelingt dem Rechtsausleger Janez Jansa die Rückkehr auf die Regierungsbank? Oder wird die Wählerfurcht vor dem Comeback des kontroversen Trump-Fans der Mitte-links-Koalition von Premier Golob doch noch die Amtsverlängerung bescheren?
Wahlplakat mit dem sozialdemokratischen Kandidaten Matjaz Han in Ljubljana Foto: Jure Makovec/AFP
Die Ziehharmonikaklänge sind verstummt. Die Rücken recken sich. Einige betagte Zuhörer brummen mit, als die Sängerin mit der Geige in der Hand die Nationalhymne anstimmt. „Für wen sind wir hier?“, ruft die blonde Moderatorin am Mikrofon den rund 150 Anhängern der rechten Oppositionspartei SDS bei der Vorstellung der regionalen Kandidaten vor dem Kulturzentrum in der Provinzstadt Novo Mesto zu. „Für Slowenien!“, so die Antwort. „Für wen?“ „Für Slowenien!“. „Für wen? Für Slowenien!“
Landesfahnen werden geschwenkt, Beifall brandet auf, als sich endlich der sehnige Parteichef händeschüttelnd den Weg zum Rednerpult bahnt. Die Abwanderung von Auslandsinvestoren nach Kroatien müsse genauso gestoppt werden wie die der Ärzte nach Österreich, fordert SDS- und Oppositionschef Janez Jansa. Gleichzeitig müsse die Steuerlast abgesenkt und die Geburtenrate erhöht werden: „Unsere Enkel sollen auch slowenische Lieder singen, stolz darauf und sich ihrer Wurzeln bewusst sein. Eine Menge Arbeit wartet auf uns. Aber wir sind noch nicht am Ziel. Jede Stimme zählt. Gott segne Slowenien!“