Rumänien

Rechtsextreme AUR und sozialistische PSD wählen Premier Ilie Bolojan gemeinsam ab

Nach knapp elf Monaten ist Rumäniens proeuropäische Regierung von Premier Ilie Bolojan (PNL) an einem Misstrauensvotum aus den eigenen Reihen gescheitert: Die sozialistische PSD hatte den Antrag mit der rechtsextremen AUR eingebracht. Eine neue Regierungsmehrheit ist noch nicht in Sicht. Die Finanzmärkte reagieren mit Kursverlusten auf die eskalierende Krise.

Ilie Bolojan, geschasster rumänischer Premier, bleibt vorerst im Amt wegen fehlender Regierungsmehrheit

Rumäniens geschasster Premier Ilie Bolojan dürfte noch eine Zeit im Amt bleiben, denn ein neue Mehrheits- oder selbst Minderheitsregierung ist nicht in Sicht Foto: Daniel Mihailescu/AFP

Rumänien droht stets tiefer im Krisensumpf zu versinken. Ein Jahr nach der Wahl des prowestlichen Staatschefs Nicosur Dan ist die Aufbruchstimmung im Karpatenstaat völlig verflogen: Mit den Stimmen der bisher mitregierenden Sozialisten (PSD) und der rechtsextremen AUR ist die proeuropäische Regierung des konservativen Premiers Ilie Bolojan (PNL) am Dienstag per Misstrauensvotum abgewählt worden.

Erhobenen, aber ernsten Hauptes verließ Rumäniens gescheiterter Sparmeister schon vor der Auszählung den Parlamentssaal. Mit ihrem Sparkurs habe seine Regierung die „lokalen Barone“ der sozialistischen PSD erzürnt, weil sie sich für ihre zweifelhaften Projekte „nicht mehr länger aus der Staatskasse bedienen konnten“, erklärte Bolojan in der erhitzten Parlamentsdebatte seinen frühen und ausgerechnet vom größten Koalitionspartner ausgelösten Sturz.

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