Deutschland

Regierung plant strengere Regeln für medizinisches Cannabis

Kein Online-Versand, Rezept nur in der Praxis – Gesundheitsministerin Warken möchte das Gesetz zu medizinischem Cannabis verschärfen. Die Bundesärztekammer unterstützt das, Kritiker fordern leichteren Zugang zu Cannabis als Genussmittel.

Medizinisches Cannabis in Deutschland: Verschärfte gesetzliche Regelungen und Auswirkungen auf Patienten und Ärzte

Der Gebrauch von Cannabis zu medizinischen Zwecken wird in Deutschland wieder verschärft Foto: Yasuyoshi Chiba/AFP

Ein paar Klicks im Internet und schon ist das Rezept für medizinisches Cannabis fertig – ohne dass der Patient je mit einem Arzt gesprochen hat. Die deutsche Regierung will diese Art der Verschreibung nun mit einer Gesetzesänderung unterbinden. Auch mit einer Verschreibung per Video-Sprechstunde und dem Versand über Online-Apotheken bis direkt vor die Haustür soll bald Schluss sein. Nur nach einem Besuch in der Arztpraxis vor Ort dürften dann noch Rezepte für Cannabis ausgestellt werden. Federführend ist das Gesundheitsministerium von Ministerin Nina Warken (CDU).

Kritiker befürchten eine schlechtere Versorgung von Patienten durch die Gesetzesänderung. „Versandverbote für Blüten schaden Tausenden auf genau diese Medikation angewiesenen, chronisch kranken Patienten – vor allem im ländlichen Raum“, sagte Daniela Joachim vom Bund Deutscher Cannabis-Patienten in einer gemeinsamen Stellungnahme mit Fachverbänden aus Industrie, Ärzteschaft und Patienten. Sie sehen das Problem eher in der zu strengen Gesetzgebung für den legalen Kauf von Cannabis als Genussmittel. Durch das Versandverbot könne die Versorgung nicht mehr gesichert werden.

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