Spanien
Regierung will soziale Medien radikal regulieren
Spaniens sozialdemokratischer Premier Pedro Sanchez will Jugendliche entschlossen vor den Schattenseiten sozialer Netzwerke schützen – und zugleich die Macht der großen Plattformen beschneiden.
Leute starren als Zombies maskiert während eines Happenings in Madrid auf ihre Smartphones Foto: Oscar Del Pozo/AFP
Nach der Ankündigung eines Pakets aus fünf Maßnahmen, darunter ein Zugangsstopp für alle unter 16 Jahren nach australischem Vorbild, bekam Sanchez umgehend Gegenfeuer vom wohl lautesten Tech-Milliardär der Welt: Elon Musk. Der Eigentümer der Plattform X reagierte mit wüsten Beschimpfungen. Spaniens Pläne gehen in mehreren Punkten über das hinaus, was bislang in Europa diskutiert wird.
Musk griff Sanchez auf X frontal an und schrieb wörtlich: „Der dreckige Sanchez ist ein Tyrann und ein Verräter am spanischen Volk“ – ergänzt um ein Kothaufen-Emoji. Wenig später legte Musk nach und bezeichnete den Regierungschef als „einen echten totalitären Faschisten“. Anlass für den Ausbruch war unter anderem Sanchez‘ Vorstoß, eine persönliche Haftung von Plattform-Managern einzuführen und eine Regulierung der Algorithmen durchzusetzen. Algorithmen sind Programme, die darüber entscheiden, welche Inhalte Nutzern besonders häufig angezeigt werden.