Ungarn
Sorgen vor Manipulation bei Richtungswahl mehren sich
Steht Ungarn vor einer Zeitenwende? In den Umfragen liegt die oppositionelle Tisza-Partei vor der Parlamentswahl klar vorn. Doch Dauerpremier Viktor Orban (Fidesz) hofft mit der „Mobilisierung“ von Nichtwählern noch auf die Trendwende. Es mehren sich die Sorgen vor Stimmenkauf und Manipulationen.
Peter Magyar bei einer Wahlkampfveranstaltung im März: Selbst mit einer Mehrheit der Stimmen ist ihm der Wahlsieg nicht sicher, so sehr hat Orbans Fidesz-Partei das ungarische Wahlsystem auf den eigenen Machterhalt zugeschnitten Foto: Ferenc Isza/AFP
Zumindest auf die Unterstützung seines mächtigen Gesinnungsfreundes im fernen Washington kann sich der angeschlagene Platzhirsch von Budapest noch verlassen. „GEHT RAUS UND WÄHLT VIKTOR ORBAN“, schlägt US-Präsident Donald Trump mit Großbuchstaben kurz vor der Parlamentswahl am Sonntag für den um seinen Posten bangenden Dauerpremier auf seinem „Truth Social“-Dienst die Werbetrommel: Orban sei ein „wahrer Freund, Kämpfer und GEWINNER“.
Mit den USA, Moskau und China unterstützen erstmals gleich drei Weltmächte mehr oder weniger offen Europas prominentesten EU-Störenfried. Doch obwohl der Chef der nationalpopulistischen Fidesz-Partei nicht nur von seinem insgesamt 20-jährigen Amtsbonus zehren, sondern auch auf die Unterstützung des Staatsapparats und seine Mediendominanz bauen kann, ist seine Wiederwahl zweifelhaft: In den Umfragen aller unabhängigen Meinungsforschungsinstitute liegt die oppositionelle Tisza-Partei seines konservativen Rivalen Peter Magyar klar vorn.