Analyse

Spanien sieht Zuwanderung als Chance

Während große Teile Europas auf Abschottung setzen, geht Spanien einen anderen Weg. Die Mitte-links-Regierung in Madrid will mehr als eine halbe Million irregulärer Einwanderer legalisieren. Sie sollen Aufenthaltstitel, Arbeitserlaubnisse und Zugang zu sozialen Rechten erhalten – soweit sie nicht vorbestraft sind.

Pedro Sánchez, Spaniens sozialdemokratischer Premier, spricht über die Bedeutung von Migration für Spanien

„Wir brauchen Migration“, sagt Spaniens sozialdemokratischer Premier Pedro Sánchez Foto: AFP/Pierre-Philippe Marcou

In einer Zeit, in der andere Länder Mauern hochziehen, öffnet Spanien Türen und wählt einen pragmatischen Kurs. Ein Schritt, der weltweit für Aufsehen erregt – zumal vielerorts gerade das Gegenteil geschieht. Besonders in den USA, wo Donald Trump auf Härte gegen Migranten setzt.

Spanien setzt nun bewusst ein Gegenzeichen: Nicht Abwehr, sondern Anerkennung bestimmt das Vorgehen – ein Versuch, eine verdrängte Wirklichkeit sichtbar zu machen: Hunderttausende irreguläre Zuwanderer leben und arbeiten in dem südeuropäischen Land. Sie pflegen Alte, schuften als Kellner oder Reinigungskräfte, ernten Obst und Gemüse, bauen Häuser. Aber sie tun es in der Schattenwirtschaft.

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