Österreich

Spionageprozess wirft Schlaglicht auf russische Infiltration in höchsten Kreisen

Der Spionageprozess gegen einen ehemaligen Verfassungsschützer offenbart den österreichischen Schlendrian im Umgang mit russischen Geheimdienstaktivitäten.

Egisto Ott, ehemaliger Chefinspektor des österreichischen Verfassungsschutzes, im Prozess am Landesgericht Wien

Der frühere Chefinspektor des einstigen österreichischen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, Egisto Ott, steht im Mittelpunkt eines Prozesses am Landesgericht Wien Foto: IMAGO/photonews.at

Spätestens seit der Verfilmung von Graham Greenes „Der dritte Mann“ vor 77 Jahren weiß die Welt: Österreich ist ein Mekka der globalen Spionagebranche. Wie nahe Fiktion und Realität noch heute beinander liegen, zeigt sich gerade im Wiener Landesgericht beim Prozess gegen einen früheren Chefinspektor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), das nach einer Reform inzwischen Direktion Staatschutz und Nachrichtendienst (DSN) heißt. Egisto Ott werden neben Amtsmissbrauch und Bestechlichkeit nachrichtendienstliche Tätigkeiten zugunsten Russlands vorgeworfen. Der 64-Jährige weist freilich jede Schuld von sich und behauptet, in Wirklichkeit für einen befreundeten Nachrichtendienst eine supergeheime Operation durchgeführt zu haben, die dermaßen klandestin gewesen sein soll, dass es dafür keinerlei schriftlichen Beleg gibt. Der einzige Eingeweihte soll Otts unmittelbar vorgesetzter BVT-Abteilungsleiter Martin Weiss gewesen sein, der sich allerdings selbst inzwischen nach Dubai abgesetzt hat.

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