Ungarn

Streifzug durch Budapest: Die Melancholie der Befreiung

In Ungarn geht die Herrschaft des Rechtspopulisten Viktor Orbán nach 16 Jahren zu Ende. Doch der Systemwechsel wird nicht so einfach sein. Alte Seilschaften und ein schwieriges internationales Umfeld sind mehr als Wermutstropfen im Sieg von Péter Magyar.

Die Magyaren schicken den Autokraten Viktor Orbán in die Opposition und entscheiden sich für Demokratie

Die Magyaren schicken den Autokraten Viktor Orbán in die Opposition und entscheiden sich für Demokratie Foto: Ferenc Isza/AFP

„Willkommen in einem freien Land!“, begrüßt mich László und nimmt meinen Koffer. In der Gewissheit, dass ich kein Anhänger von Viktor Orbán bin, lässt der Taxifahrer seiner Freude über die Wahlniederlage des ungarischen Ministerpräsidenten freien Lauf, als er mich vom Budapester Flughafen abholt. Es ist der Tag nach der Parlamentswahl, die einen überwältigenden Sieg von Péter Magyar und seiner konservativen Tisza-Partei brachte. Die 16-jährige Herrschaft des Rechtspopulisten Orbán ist damit beendet.

„Es war höchste Zeit“, sagt Laszlo. „Denn es ist ein korruptes System, eine Mafia, die Ungarn beherrscht.“ Orbán habe immer vorgegeben, dass er alles für das ungarische Volk tun würde, erklärt er weiter. „Aber er hat nur für die Reichen Politik gemacht, die einfachen Leute gingen leer aus. Schauen Sie, die Armut ist geblieben. Sie ist sogar noch größer geworden. Orbán beging Diebstahl zugunsten der Oligarchen.“ Während wir zu meinem Hotel in Buda fahren, kommen wir durch zahlreiche Vororte der ungarischen Metropole. Stadtteile mit Einfamilienhäusern wechseln sich ab mit Wohnsilos, die noch aus der kommunistischen Zeit stammen dürften.

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