Slowakei und Ungarn betroffen
Ukraine greift russische Druschba-Pipeline in Tatarstan an
Sechs große Explosionen haben just am Vortag des vierten Jahrestages der russischen Invasion in der Ukraine eine zentrale Pumpstation der russischen Druschba-Pipeline zerstört. Die technische Anlage in Kaleikino zwischen Kazan und Ufa ist für den Druckaufbau jener Pipeline verantwortlich, die jahrzehntelange russisches Öl in die osteuropäischen Vasallenstaaten der Sowjetunion transportiert hat.
Annahmestation der russischen Druschba-Pipeline im ungarischen Szazhalombatta: Hier kommt offensichtlich kein russisches Erdöl mehr an Foto: Attila Kisbenedek/AFP
Heute wird die „Freundschaftspipeline“, wie sie übersetzt heißt, vor allem für Lieferungen in die Slowakei und nach Ungarn benutzt. Die beiden russland-freundlichen Regierungen haben ihre Länder seit der Invasion noch hochgradiger von Russlands Öl abhängig gemacht. Doch für den Import ist ein Transit durch die Ukraine nötig.
Wegen der russischen Raketenangriffe auf die Ukraine ist dies bisweilen schwierig. So versiegte der russische Öldruck der Druschba-Pipeline bereits Ende Januar. Kiew macht dafür Beschädigungen der Pipeline-Infrastruktur beim westukrainischen Städtchen Brody verantwortlich. An der Reparatur werde trotz angespannter Sicherheitslage so schnell wie möglich gearbeitet, heißt es in einer Stellungnahme des Außenministeriums. Die Slowakei und Ungarn allerdings wittern eine Verschwörung und machen Kiew für den Lieferstopp verantwortlich.