Deutschland

Vorwürfe von Vetternwirtschaft: AfD-Jobs für Familienmitglieder werden zur Belastungsprobe

Vorwürfe von Vetternwirtschaft und Korruption in der AfD werden zur Belastungsprobe in diesem Wahljahr: Nach Sachsen-Anhalt gibt es auch in Niedersachsen Zoff, der die Parteispitze beschäftigt.

AfD-Chef Tino Chrupalla spricht in deutscher TV-Talkshow zur Kritik an familiären Überkreuzanstellungen in der AfD

AfD-Chef Tino Chrupalla hatte noch unlängst in einer Talksendung im deutschen Fernsehen versucht, die Überkreuzanstellungen von Familienmitgliedern durch AfD-Politiker kleinzureden Foto: Harald Tittel/dpa

Vorwürfe der Vetternwirtschaft gegen AfD-Funktionäre werden in diesem wichtigen Wahljahr zur Belastungsprobe. Am Montag beriet der Bundesvorstand der Partei in einer Telefonkonferenz über das Thema. Wie unsere Redaktion aus informierten Kreisen erfuhr, soll es künftig für AfD-Politiker in den verschiedenen Parlamenten von Bund und Ländern einheitliche Regelungen geben, was die Anstellung von Familienangehörigen angeht. Auch harte Konsequenzen gegen einen Bundestagsabgeordneten wegen schwer parteischädigenden Verhaltens wurden diskutiert. Doch der Reihe nach.

In Sachsen-Anhalt waren zuletzt mehrere Fälle sogenannter Überkreuzanstellungen bekannt geworden, bei denen Familienangehörige von AfD-Politikern bei anderen Abgeordneten beschäftigt worden sind. Auch der Vater von Ulrich Siegmund – Spitzenkandidat für die Landtagswahl im September – war laut ZDF-Recherchen als Mitarbeiter im Bundestagsbüro eines AfD-Parteikollegen beschäftigt. Auch wenn das nicht verboten ist, könnte es dem 35-Jährigen schaden, der der erste AfD-Ministerpräsident in Deutschland werden will. Siegmund ging in sozialen Medien zum Gegenangriff über, warf Journalisten eine Kampagne vor und rechtfertigte Jobs für Verwandte damit, dass man denen eben vertrauen könne. Überdies machte er einen „vermeintlichen V-Mann“ für Informationen an die Medien verantwortlich.

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