EU-Beitrittskandidat
Zunehmend autoritär geführtes Serbien verspielt in Brüssel seinen Restkredit
Offiziell ist Serbien noch immer ein EU-Beitrittskandidat. Doch die wüsten Vorabschmähungen gegen eine am Donnerstag angereiste Delegation von Europaparlamentariern demonstriert, wie sich der zunehmend autoritär geführte EU-Anwärter stets weiter von Europas Wohlstandsbündnis entfernt.
Serbiens Präsident Aleksandar Vucic (l.) ist beim Weltwirtschaftsforum in Davos, wollte jedoch ohnehin die Delegation der EU-Parlamentarier nicht in Belgrad empfangen Foto: AFP/Fabrice Coffrini
Gerne pflegen Serben sich selbst für ihre traditionelle Gastfreundschaft zu rühmen. Seinen Unmut über die missliebigen Gäste aus Straßburg hat der autoritär gestrickte Staatschef Aleksandar Vucic indes bereits vor deren Ankunft am Donnerstag freien Lauf gelassen.
Die „Serbenhasser“ aus dem Europaparlament hätten Belgrad „weder gefragt noch informiert“, polterte der nationalpopulistische Landesvater vergangene Woche: „Wir haben sie nicht eingeladen. Selbst wenn ich in Belgrad wäre, würde ich sie nicht treffen. Denn ich denke nicht daran, Zeit zu vergeuden.“