Musikalische Geselligkeit

Als eine Musikausbildung Frauen Türen öffnete

Das Tageblatt und die Plattform „Musik an Gender Lëtzebuerg“ (MuGi.lu) präsentieren die Reihe „Atelier MuGi.lu“: Sie gibt einmal im Monat Einblick in die Forschungen verschiedener Wissenschaftlerinnen zum Thema Gender und Musikleben in Luxemburg. Heute schreibt Josiane Weber unter anderem über Hausmusik im 19. Jahrhundert – und was sie für Frauen bedeutete.

Die Plattform „MuGi.lu“ beleuchtet Gender und Musik in Luxemburg 

Die Plattform „MuGi.lu“ beleuchtet Gender und Musik in Luxemburg Quelle: MuGi.lu

Im 19. Jahrhundert bildete die musikalische Geselligkeit einen wichtigen Aspekt des bürgerlichen Lebens und Frauen kam hier eine besondere Aufgabe zu. Die Trennung der Geschlechter in einen öffentlichen Raum für Männer und in einen Privatraum für Frauen führte im Laufe des 19. Jahrhunderts zu unterschiedlichen sozialen Identitäten von „Geschäftsmännern“ auf der einen Seite und „Kulturfrauen“ auf der anderen.

Während die männliche Identität sich über die Berufstätigkeit definierte, war es für Frauen der Bourgeoisie unschicklich, einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Die Befreiung von schwerer Hausarbeit und die Muße, über die sie verfügten, gaben ihnen die Möglichkeit zur Entfaltung einer ästhetischen Kultur. Dazu gehörten gehobene Wohnverhältnisse, raffinierte Essgewohnheiten und ästhetische Freizeitbeschäftigungen mit Musik, Literatur und Malerei, wobei die Musik ein besonderes Prestige genoss. Allerdings nicht jede Art von Musik.

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