Unterwegs in ...
Die mittelalterliche Mauer in Grevenmacher ist verschwunden – aber ihre Spuren sind geblieben
Grevenmacher hat seine mittelalterlichen Mauern fast verloren, aber nicht sein Innen und Außen. Wer durch die Stadt geht, folgt noch immer einer unsichtbaren Linie zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Eine Spurensuche.
Einst soll die Stadtmauer 27 oder 28 Türme gezählt haben. 1688 wurde die kleine Festung an der Mosel von den Franzosen geschleift. Foto: Marco Goetz
Wer durch Grevenmacher fährt, sieht auf den ersten Blick eine Kleinstadt an der Mosel. Wer aber durch die Straßen und Gassen geht, merkt schnell: Hier steckt viel Geschichte hinter der heutigen Ordnung. Man spürt das nicht nur. Man kann es auch sehen. Und mehr, als man vielleicht erwarten würde.
Grevenmacher ist keine Stadt, die aus der Antike herausgewachsen ist, wie Trier. Die Römer waren zwar präsent, nutzten die Mosel als Verkehrsader, betrieben Landwirtschaft und vermutlich auch Weinbau. Doch sie hinterließen kein städtisches Gerüst, keinen Plan, der die Jahrhunderte überdauerte. Sie schufen eine Grundlage: Wege, wirtschaftliche Nutzung, die Einbindung in ein größeres System. Die eigentliche Stadt entsteht erst später.