Justiz
Prozess um tödlichen Unfall am Weihnachtsmarkt: Niemand stellte die richtigen Fragen
Am dritten Verhandlungstag im Prozess um den Tod des zweijährigen Emran auf dem Weihnachtsmarkt 2019 stellte sich heraus, dass jeder sich auf den anderen verlassen hat und niemand sich die richtigen Fragen stellte.
Am dritten Prozesstag um den tödlichen Unfall am Weihnachtsmarkt 2019 stellte sich heraus, dass die Kommunikation zwischen der Stadtverwaltung und dem LCTO zu wünschen übrig ließ Archivbild: Editpress/Alain Rischard
Die Angeklagten, Mitarbeiter der Stadt Luxemburg und des Luxembourg City Tourist Office (LCTO), scheinen bei der Suche nach einem Standort für die Eisskulptur am Vorabend ihrer Installation ohne klaren Plan vorgegangen zu sein. Die Anweisungen sollen von einem Dienst zum anderen weitergegeben worden sein, ohne sie zu hinterfragen oder sicherzustellen, dass sie richtig verstanden wurden. Die Angeklagten erklärten, sie hätten dem Künstler vertraut. Allerdings nur bis zu einem gewissen Grad, denn dessen geäußerte Zweifel am Standort seien nicht gehört worden, hatte dieser in der vorangegangenen Verhandlung erklärt. Eine defekte Palette und ein instabiles Gleichgewicht rückten die Sicherheitsfrage jedoch in den Hintergrund.
Die Verantwortung für die Sicherheit habe seit der Aufteilung der Zuständigkeiten bei der Stadt Luxemburg gelegen, bestätigte Tom Bellion, ehemaliger Direktor des Luxembourg City Tourist Office (LCTO), vor der 16. Strafkammer des Bezirksgerichts Luxemburg. Laurent Schwaller, Leiter des Dienstes „Veranstaltungen, Messen und Märkte“ der Stadt, bestätigte dies. Seit Montag versucht das Gericht zu klären, was 2019 auf dem Weihnachtsmarkt zum Tod eines zweijährigen Kindes geführt hat. Der kleine Emran war von einem Eisblock tödlich verletzt worden, der sich von einer 2,50 Meter hohen Eisskulptur gelöst hatte.