Interview
Stehen der Rivaner und die geschriebene Presse endgültig vor dem Aus?
Was für Winzer die gestiegenen Preise für Glasflaschen sind, sind für Zeitungsverlage die stetig steigenden Papierkosten. Die Rechnung ist simpel – und ernüchternd: Produzieren wird teurer, konsumiert wird weniger. Sowohl beim Wein als auch bei gedruckten Zeitungen zeigt die Kurve nach unten.
Michelle Cloos im Gespräch mit unseren Eintagsjournalisten Bob Molling (l.) und Jean-Paul Schmitz (r.) Foto: Editpress/Julien Garroy
Rivaner und geschriebene Presse haben beide ein Imageproblem. Der öde Bistro-Wein ersetzt durch „edlere“ Sorten, die veraltete „Lügenpresse“ durch kurze, zusammengeschnittene KI-Videos. Michelle Cloos, Generaldirektorin von Editpress, gibt zu, dass ein Teil des Problems selbst verschuldet ist durch kostenloses Zur-Verfügung-Stellen von Inhalten online. Verglichen mit Wein: Beim Kauf einer Flasche Wein wird nicht nur das Glas bezahlt, sondern auch die Arbeit zur Produktion des Weines dahinter. Ein Interview über Parallelen zwischen Weinbau und Journalismus.
Tageblatt: Beim Rivaner als auch bei der geschriebenen Presse gibt es ein Imageproblem. Wo liegen die Gemeinsamkeiten und Herausforderungen?