Schueberfouer als Projektionsfläche

Zwischen Kino und Kirmes: Der Film war einst auf dem Rummel zu Hause

Von Marzen bis „Wilde Maus“: Die farbenfrohen Gässelchen unter Dauerbeschallung sind seit jeher Projektionsfläche für Filmemacher und Cineasten.

Die Kirmes ist nicht nur ein Ort des Vergnügens, sondern seit jeher auch eine beliebte Kulisse und Projektionsfläche für das Kino

Die Kirmes ist nicht nur ein Ort des Vergnügens, sondern seit jeher auch eine beliebte Kulisse und Projektionsfläche für das Kino Foto: Editpress/Julien Garroy

Die Marzens und die Schobermesse

Die Familie Marzen prägte die frühen Luxemburger Filmvorstellungen. Zwischen 1900 und 1911 kamen Wendel und seine Söhne Peter und Hubert mindestens 28-mal ins Großherzogtum; 16 Vorführungen fanden in Luxemburg-Stadt statt. Da feste Kinos erst entstanden, bauten sie ihre Projektoren meist in Festsälen von Gaststätten und Hotels auf. Besonders geschickt nutzten sie aber die Schobermesse als Plattform. Dreimal kamen sie während des Volksfestes in die Hauptstadt und mieteten sich in nahe gelegenen Wirtschaften ein, etwa im „Westesch Gaart“ an der Allée Scheffer. So profitierten sie vom Besucherandrang, ohne einen teuren Standplatz auf dem Messegelände zu bezahlen. Das ärgerte die dort ansässigen Wanderkinos: Sie hatten hohe Summen für ihre Plätze investiert und warfen den Marzens unlauteren Wettbewerb vor.

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren

Archives of Women Artists, Research and Exhibitions

Von Berthe Lutgen bis zu Tina Gillen: Diese Plattform verhilft Luxemburger Künstlerinnen zu mehr Sichtbarkeit

Interview avec la réalisatrice Laura Samani

„La nouvelle génération est plus consciente que nous ne l’étions“