Editorial

EU tanzt Tango, Samba und Cumbia: Das Mercosur-Abkommen kommt zur rechten Zeit

Das Handelsabkommen der Europäischen Union mit den Mercosur-Staaten kommt zur rechten Zeit. Es setzt ein Zeichen für den regelbasierten freien Handel.

Mercosur-Staaten bei historischem EU-Abkommen, Blick auf die Skyline von Buenos Aires, Argentinien

Die Mercosur-Staaten, hier die argentinische Hauptstadt Buenos Aires, haben ein historisches Abkommen mit der Europäischen Union getroffen Foto: Manticora87

„El Sur“ – „Der Süden“ heißt ein berühmter argentinischer Tango aus dem Jahr 1948. Voller Nostalgie ist der wunderschöne Schmachtfetzen aus jener Zeit, als General Juan Domingo Perón Argentinien regierte und die Strategie der Importsubstitution verfolgte. Diese besagte, dass importierte Güter durch eine eigene inländische Produktion ersetzt werden. Perón griff zu protektionistischen Maßnahmen, um die heimische Industrie aufzubauen. Doch die argentinische Wirtschaft des Landes geriet seither mehrfach in den freien Fall. Auch die der Nachbarländer ging durch einige „verlorene“ Dekaden. Nach einem Dreivierteljahrhundert Achterbahnfahrt setzt die Region nun auf das Freihandelsabkommen zwischen den Mercosur-Staaten und der Europäischen Union.

Der Weg dafür ist nach einem Verhandlungsmarathon von über einem Vierteljahrhundert frei für die mit mehr als 700 Millionen Menschen größte Freihandelszone der Welt. Die Zölle auf über 90 Prozent der Waren fallen schrittweise weg. Die Ausfuhren in den Mercosur könnten nach Schätzungen der EU-Kommission um bis zu 39 Prozent steigen und 440.000 Arbeitsplätze schaffen, vor allem in der Autoindustrie, im Maschinenbau und in der Pharmabranche. Ist das alles nur Zukunftsmusik?

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