Editorial

Öffentliche Kulturhäuser sollten Musikschaffende nicht zur Kasse bitten

Die Musikszene tobt, die Philharmonie wehrt sich: Bei einer Jam-Session mussten selbst diejenigen Eintritt zahlen, die sich musikalisch an dem Konzert beteiligten. Ein No-Go in einer öffentlichen Kulturinstitution.

Die Philharmonie erhitzt derzeit die Gemüter in der Luxemburger Musikszene

Die Philharmonie erhitzt derzeit die Gemüter in der Luxemburger Musikszene Foto: Vincent Lescaut/L’essentiel

2023 brachte die Philharmonie die Luxemburger Musikszene wegen der fehlenden Gage für Auftritte beim „Fräiraim“-Festival gegen sich auf, nun erhitzt sie die Gemüter mit einer öffentlichen Jam-Session: Wer am Donnerstag mitmusizieren wollte, musste den vollen Eintrittspreis von 20 Euro zahlen. Nur die eingeladene Band wurde vergütet. Nach einem Aufschrei in den sozialen Medien verkaufte die Philharmonie den Jam als Workshop. Fest steht: „Pay to play“ sollte in einer öffentlichen Kulturinstitution tabu sein.

Die Philharmonie erhält 2026 rund 26 Millionen Euro vom Kulturministerium. Ein Budget, das Steuerzahlende mittragen, darunter also auch Menschen aus der Musikbranche. Sie werden in diesem Fall doppelt zur Kasse gebeten – als Privatperson und als Kunstschaffende, die ihr Können mit dem Publikum teilen wollen. „Schumm dech, Philharmonie“, urteilt deshalb jemand auf Social Media.

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