Editorial

Unpolitische Spiele gibt es nicht

Während der Olympischen Spiele rücken viele sportliche Geschichten in den Vordergrund und zuvor geäußerte Kritik tritt vorübergehend in den Hintergrund. Dennoch zeigen mehrere Vorfälle der vergangenen Tage erneut, dass Olympia und Politik nur schwer zu trennen sind.

Porträt von Wladyslaw Heraskewytsch, zentrale Figur der aktuellen Winerspiele, vor thematischem Hintergrund

Der Fall Wladyslaw Heraskewytsch prägte in den letzten Tagen die Winterspiele Foto: AFP/Piero Cruciatti

Es sind Geschichten, die Olympische Spiele ausmachen. Wie die starken Auftritte der italienischen Athleten, allen voran Francesca Lollobrigida, die der Gastgebernation an ihrem 35. Geburtstag die erste Goldmedaille überhaupt im Eisschnelllauf der Frauen bescherte und wenige Tage später sogar noch nachlegte. Dabei hatte die junge Mutter, die sich nach der Geburt ihres Sohnes trotz aller Umstände zurückgekämpft hatte, Ende vergangenen Jahres nach einer hartnäckigen Viruserkrankung bereits mit dem Gedanken ans Aufhören gespielt. Oder die erste Goldmedaille Brasiliens bei Winterspielen, die Lucas Pinheiro Braathen am Samstag im Riesenslalom gewann.

Momente, die in Erinnerung bleiben werden – genauso wie der Absturz von Ilia Malinin. Der US-amerikanische Superstar im Eiskunstlauf, der haushohe Favorit, hielt dem Druck in der Kür nicht stand und rutschte von Platz eins noch auf Rang acht ab, zeigte sich am Ende aber als absolut fairer Sportsmann.

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