Olympia
Das Erbe von Pekings „300 Millionen“: China erlebt triste Spiele
China war als Olympia-Gastgeber höchst erfolgreich, verschwindet aber nun in der sportlichen Bedeutungslosigkeit. Was bleibt von Peking 2022?
Der Großteil der chinesischen Mannschaft ist weit von der Weltspitze entfernt Foto: AFP/Franck Fife
Wenn nichts Gutes zu sagen ist, sagt man besser nichts. Oder eben sehr wenig. Dachte sich auch Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua und widmete nur die letzten sechs von 363 Wörtern ihrer olympischen Riesenslalom-Eloge auf Goldstar Lucas Pinheiro Braathen dem 58. Platz des chinesischen Starters Liu Xiachen. Subtext: Hier gab es nichts zu sehen.
300 Millionen seiner Staatsbürger wollte China mit den Mega-Investitionen für die Winterspiele in Peking 2022 auf Ski stellen, Liu hat es als einziger Alpin-Mann nach Cortina geschafft. Und er ist wie der Großteil der chinesischen Mannschaft weit von der Weltspitze entfernt. Vier Jahre nach dem Heim-Hoch mit neunmal Gold, 15 Medaillen und Platz vier der Nationenwertung ist China weitgehend in die wintersportliche Bedeutungslosigkeit gerutscht, hatte nach zehn Wettkampftagen dreimal Silber und zweimal Bronze geholt. Und auch das nationale Erbe von „Beijing 2022“ wird zwiespältig bewertet.