Gespräch mit Experten von Deloitte
Die Spar- und Investmentunion: Eine Chance für Luxemburg
Bei der Spar- und Investmentunion (SIU) geht es um weit mehr, als nur um das Risiko einer Zentralisierung der Aufsicht der Finanzbranche in Paris, sagt Laurent Collet von Deloitte. Im Gegensatz zu Risiken ist er der Überzeugung, dass die Initiative eine große Chance für Luxemburg darstellt.
Kaum ein anderes Land ist besser positioniert als Luxemburg, um von einem europäischen Binnenmarkt für Finanzprodukte zu profitieren Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Die Finanzbranche in Luxemburg reagiert oft gereizt, wenn es um die Spar- und Investmentunion (SIU) geht. Beim Investmentfondsverband Alfi schaut man mit Sorge auf den französischen Vorstoß, die Aufsicht der Branche bei der ESMA in Paris anzusiedeln. Auch beim Luxemburger Finanzministerium sieht man das Risiko von „mehr Bürokratie, mehr Komplexität, mehr Kosten und weniger Wettbewerbsfähigkeit“.
Bei dem ganzen Projekt gehe es jedoch um viel mehr, als nur um die Frage der Aufsicht der Finanzmärkte, hebt Laurent Collet, Partner und Co-Autor eines Berichts von Deloitte Luxemburg über die SIU, hervor. „Es ist wichtig, die Strategie der EU zu verstehen, hier gibt es eine wichtige Rolle für Luxemburg zu spielen.“ Dafür habe man den Bericht erstellt und mit Akteuren wie der Spuerkees oder Clearstream geredet. Man wolle Teil der Überlegungen sein und die Rolle Luxemburgs in den Vordergrund rücken, so Collet, der laut eigenen Angaben dreißig Jahren Erfahrung im Finanzsektor hat. Deloitte, Anbieter von Dienstleistungen für Unternehmen, beschäftigt hierzulande rund 2.600 Mitarbeiter.