Europäische Staatsanwaltschaft
3.602 Betrugsfälle in Arbeit: Allein 1,42 Milliarden Euro Schäden stammen aus Luxemburg
Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) kann sich offensichtlich nicht über einen Mangel an Arbeit beklagen: Nach nicht einmal fünf Jahren, seit sie ihre Arbeit aufgenommen hat, war sie am Ende vergangenen Jahres mit 3.602 Fällen betraut, in denen es um eine geschätzte Schadenssumme von 67,27 Milliarden Euro geht, wie aus dem jüngsten Jahresbericht der EU-Staatsanwaltschaft hervorgeht. Allein in Luxemburg hat das EPPO mit einer geschätzten Schadenssumme von 1,42 Milliarden Euro zu tun.
Gabriel Seixas ist Luxemburgs europäischer Staatsanwalt Foto: Parquet européen, EPPO
Im Juni 2021 hat die Europäische Staatsanwaltschaft EPPO (European Public Prosecutor Office) ihre Arbeit an ihrem Sitz in Luxemburg aufgenommen. Ihre Aufgabe und die der europäischen Staatsanwälte, die von den derzeit 24 beteiligten EU-Staaten entsandt werden, ist es, die finanziellen Interessen der EU zu schützen. Und zwar sowohl auf der Ausgaben- als auch auf der Einnahmenseite.
Um einen Überblick über den EPPO-Jahresbericht und die Arbeit der europäischen Staatsanwälte zu erhalten, trafen wir uns mit dem von Luxemburg entsandten Europäischen Staatsanwalt Gabriel Seixas im EPPO-Sitz. Der Zugang zum schmucklosen Bürogebäude an der Kirchberger Avenue John F. Kennedy ist relativ einfach: Schiebetür, Sicherheits- und Ausweiskontrolle, Besucherausweis. Doch dann geht es ohne Begleitung nicht weiter. Ein aus schweren Eisenrohren gefertigtes Gitter samt Drehtür schirmt den Bürobereich von der Eingangshalle ab. „Wir haben es mit Kriminellen zu tun“, begründet die Pressesprecherin den Sicherheitsaufwand.