Debatte im EU-Parlament
Die Opposition im Iran braucht Einheit
Eine Debatte im außenpolitischen Ausschuss des EU-Parlaments (EP) mit iranischen Oppositionellen sollte einige Aufschlüsse darüber liefern, wie sie den gegenwärtigen Krieg und die Zukunft des Iran sehen. Dabei lief, angesichts der Gästeliste, alles auf eine Person hinaus.
Die beiden kurdischen Vertreter aus dem Iran, Mustafa Hijri (l.) und Abdullah Mohtadi, während der Debatte Foto: Laurie Dieffembacq/European Union 2026/EP
Die iranische Opposition gilt als zersplittert und von ideologischen Gegensätzen geprägt. Das hat dem Mullah-Regime im Vielvölkerstaat bislang in die Hände gespielt. Wohl kam es im Laufe der vergangenen Jahre immer wieder zu anhaltenden Massenprotesten gegen die islamische Theokratie. Diesen vom Volkszorn getragenen Protesten – sei es wegen der gefälschten Präsidentschaftswahlen 2009, der Ermordung von Jina Mahsa Amini im September 2022 durch die islamische Sittenpolizei und der anschließenden „Frau Leben Freiheit“-Bewegung oder jüngst im Januar wegen der wirtschaftlichen Not im Land – fehlte eine zentrale Führung, eine wirkmächtige Alternative zum gegenwärtigen Machtsystem der Islamischen Republik.
Gleichwohl wurde bei den mit aller Brutalität unterdrückten Protesten im Januar vielfach der Name Reza Pahlavi skandiert, dem ältesten Sohn des 1979 gestürzten letzten Schahs. Ihn hatten die EP-Abgeordneten ebenfalls zu ihrer Debatte am Dienstag eingeladen, doch der im US-Exil lebende „Prinz“ zog es vor, einer Veranstaltung in Italien beizuwohnen. Dennoch war er während der Debatte gut vertreten, denn immerhin drei der fünf geladenen Gäste des Ausschusses machten deutlich, dass sie eine wie auch immer geartete Regentschaft des Schahsprösslings nach einem bislang noch nicht absehbaren Sturz des Mullah-Regimes bevorzugen würden.