Deutschland

Getöteter Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz: Angreifer soll in Luxemburg wohnhaft sein

Ein Zugbegleiter wurde am Montagabend von einem Fahrgast lebensgefährlich verletzt und ist infolge der Verletzungen verstorben. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken gibt nun Einblicke in das vorläufige Obduktionsergebnis und nennt Details zum Verdächtigen.

Blumen und Kerzen am Bahnsteig als Gedenkstätte für verstorbenen Zugbegleiter nach Angriff in Rheinland-Pfalz

Blumen und Kerzen liegen am Bahnsteig nach dem Tod des Zugbegleiters Foto: dpa/Patrick von Frankenberg

Der 26-jährige Tatverdächtige, der einen Zugbegleiter am Montagabend bei Landstuhl in Rheinland-Pfalz lebensgefährlich verletzt hatte, ist griechischer Staatsbürger und nach eigenen Angaben in Luxemburg wohnhaft. „Vorstrafen oder polizeiliche Erkenntnisse in Deutschland liegen nicht vor“, teilt die Staatsanwaltschaft Saarbrücken am Mittwoch mit.

Der verletzte Zugbegleiter ist am Mittwochmorgen im Uniklinikum Homburg im Saarland gestorben. Der 36-Jährige ist laut vorläufigem Obduktionsergebnis an einer Hirnblutung gestorben. Dies sei eine Folge erheblicher stumpfer Gewalteinwirkung gegen den Kopf gewesen, teilt die Staatsanwaltschaft Saarbrücken mit.

Der Tatverdächtige habe den Zugbegleiter mit mehreren heftigen Faustschlägen gegen den Kopf angegriffen. „Ein Messer oder sonstige gefährliche Gegenstände wurden hierbei nicht eingesetzt“, heißt es.

4 Kommentare
Nagi Tanka 05.02.202611:10 Uhr

So etwas kann jedenfalls nicht in Luxbg geschehen. Gratis öffentlicher Transport also keine Fahrscheine und keine Fahrscheinkontrolleure*innen. Nebenbei, oho das einzige Land auf der Welt wo der ö.T. gratis ist.

Guy Mathey antwortete am 05.02.202613:48 Uhr

Dem muss ich leider widersprechen. In der 1. Klasse gibt es wohl noch Fahrkartenkontrollen, zudem sieht sich auch das Personal der CFL immer wieder mit Gewalt konfrontiert. Manchmal kann die Aufforderung, die Füsse vom Sitz zu nehmen der Auslöser sein oder gar die einfache Präsenz des Personals. Auch in diesem Bereich stellt Luxemburg keine Insel dar.

Guy Mathey 05.02.202610:13 Uhr

Es liegt mir am Herzen hinzuzufügen, dass es mir in Anbetracht der Sicherheitslage nicht mehr vertretbar scheint, Zugbegleiter*innen alleine arbeiten zu lassen. Alle Züge müssen künftig mindestens durch zwei Personale begleitet werden. In Bussen sind geschlossene Fahrerkabinen, welche die Fahrer*innen effektiv schützen, ein absolutes Must.
Wer soll das bezahlen: Na eine Gesellschaft, welche sich derart exzessive Gewalt leistet, wird logischerweise auch für die Folgen haften müssen. Diese kurzfristig umzusetzenden Massnahmen ersetzen jedoch keineswegs langfristige Konzepte zur Gewaltvermeidung.

Otto 05.02.202608:24 Uhr

So was könnte auch in Luxusburg passieren,
täglich geistern Drogen und Bettlergestalten in Zügen und
Strassenbahn herum,da ist man auch nicht mehr geschützt,
jeden Moment könnte solch ein Gespenst ausrasten,
Polizei müsste mehr präsent sein,die Politik sollte sich auch
mal Gedanken über dieses Problem machen,anstatt sich mit
Unisextoiletten herumschlagen.Tram und Bahn abzuraten.

Guy Mathey 04.02.202622:56 Uhr

In Anbetracht eines derart sinnlosen Gewaltverbrechens gegen einen Bahnmitarbeiter, welcher seinen wichtigen Job im Dienste der Allgemeinheit verrichtete, fehlen einem die Worte, ja hilflose Wut gegen Wesen in Menschengestalt, welche sich schlimmer als Tiere benehmen steigt auf. Als mittlerweile pensionierter Eisenbahner blieb mir die zunehmende Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft nicht verborgen. Waren zu Beginn meiner Laufbahn Aggressionen gegen Kolleg*innen fast inexistent, so ist seit vielen Jahren, in fast allen europäischen Ländern eine starke Zunahme von Gewalttaten, insbesondere auch gegen Bahnmitarbeiter*innen und Busfahrer*innen zu verzeichnen. Was läuft da schief in unserer Gesellschaft? Zweifellos haben die rechtsextremen Hassprediger einen erheblichen Anteil daran, diese können jedoch nicht die alleinige Ursache sein. Es gilt intensive Ursachenforschung zu betreiben um diese gesellschaftszerstörende Gewalt effizient und konsequent bekämpfen zu können.

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