„Nein zum Krieg“

Sanchez gegen Trump: Wie Spaniens Premier zum europäischen Gegenpol wird

Pedro Sanchez ist kein Politiker, der sich erst warmreden muss. Der spanische Ministerpräsident, seit 2018 im Amt und zugleich Vorsitzender der Sozialistischen Internationalen, gilt als einer der charismatischsten Redner der europäischen Sozialdemokratie. In diesen Tagen nutzt der 54 Jahre alte Premier die internationale Bühne erneut – diesmal in einem offenen Schlagabtausch mit Donald Trump. Und er tut es mit einer Klarheit, die in der EU derzeit selten ist.

Pedro Sánchez steht entschlossen Donald Trump gegenüber, zeigt Spaniens Führungskraft in internationaler Politik.

Der spanische Regierungschef Pedro Sanchez (l.) ist in Europa einer der wenigen, die dem US-Präsidenten Donald Trump die Stirn bieten Fotos: Thomas Coex und Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Jüngstes Beispiel ist seine bemerkenswerte TV-Rede an die Nation, mit der sich Sanchez am Mittwochmorgen im Streit um den Iran-Krieg demonstrativ gegen Trump stellte. Die Position der spanischen Regierung lasse sich in vier Worten zusammenfassen: „Nein zum Krieg“, sagte Sanchez. Spanien werde „nicht zum Komplizen von etwas werden, das schlecht für die Welt ist“. Madrid habe keine Angst vor Repressalien und werde nicht unterwürfig Washington hinterherlaufen.

Vorausgegangen war ein Streit über die Verwendung von US-Stützpunkten in Südspanien für militärische Operationen gegen den Iran. „Die Regierung Spaniens wird die Nutzung der Stützpunkte für nichts genehmigen, was nicht mit der Charta der Vereinten Nationen vereinbar ist“, hatte Außenminister José Manuel Albares Anfang der Woche gesagt. Washington musste daraufhin 15 Tankflugzeuge auf andere europäische Stützpunkte verlegen, u.a. nach Ramstein in Deutschland.

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