Iran

Trump droht Nato und fordert Hilfe in Straße von Hormus

Die USA und Israel haben den Krieg gegen den Iran begonnen. Jetzt fordert Trump Nato-Partner und andere unbeteiligte Länder auf, sich an der Sicherung der wichtigen Straße von Hormus zu beteiligen.

Trump an Bord von Airforce One am Sonntag: „Sehr schlecht für die Zukunft der Nato.“

Trump an Bord von Airforce One am Sonntag: „Sehr schlecht für die Zukunft der Nato.“ Getty Images via AFP

US-Präsident Donald Trump drängt im Iran-Krieg die Nato-Verbündeten mit konfrontativen Worten zur Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der wichtigen Straße von Hormus. Die Nato werde vor einer düsteren Zukunft stehen, sollten die Partner der USA dabei nicht helfen, sagte Trump in einem kurzen Interview der „Financial Times“. Sollte es „keine Reaktion geben oder sollte die Reaktion negativ ausfallen, wird dies, denke ich, sehr schlecht für die Zukunft der Nato sein“, wurde Trump zitiert.

Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, die sehr wichtig ist für den internationalen Transport von Öl und Flüssiggas, ist wegen des Kriegs und drohender iranischer Angriffe praktisch zum Erliegen gekommen. Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf US-Beamte, die Regierung in Washington werde voraussichtlich schon in dieser Woche bekanntgeben, dass mehrere Länder sich zur Bildung einer Koalition bereit erklärt hätten, die Schiffe durch die Meerenge eskortieren soll. Die USA und potenzielle Koalitionsländer diskutierten noch darüber, ob diese Einsätze vor oder nach Kriegsende beginnen sollen, berichtete die Zeitung.

In dem achtminütigen Gespräch mit der „Financial Times“ erwähnte Trump auch China. Die Volksrepublik sei wie Europa – und anders als die USA – stark vom Öl aus der Golfregion abhängig, wurde Trump weiter zitiert. Tatsächlich beziehen die Europäer aber nur einen Bruchteil der Ölmenge aus dieser Weltregion, den China von dort importiert. Ein in diesem Monat in China geplantes Gipfeltreffen mit Staatspräsident Xi Jinping könne er verschieben, sagte Trump der Zeitung zufolge.

Trump erwartet von Nato-Partnern Dankbarkeit

Es sei „nur angemessen, dass diejenigen, die von der Meerenge profitieren, dazu beitragen, dass dort nichts Schlimmes passiert“, wurde der Republikaner zitiert. Trotz seiner Warnung an die Adresse der Nato zeigte er sich demnach pessimistisch, dass die Verbündeten seinen Appellen Gehör schenken würden.

„Wir hätten ihnen in der Ukraine nicht helfen müssen. Die Ukraine ist Tausende von Kilometern von uns entfernt. Aber wir haben ihnen geholfen“, wurde Trump mit Blick auf die Nato zitiert. „Jetzt werden wir sehen, ob sie uns helfen. Denn ich habe schon lange gesagt, dass wir für sie da sein werden, sie aber nicht für uns. Und ich bin mir nicht sicher, ob sie da sein werden.“

Trump: „Was auch immer nötig ist“

Auf die Frage der „Financial Times“, welche Hilfe er genau erwarte, habe Trump erwidert: „Was auch immer nötig ist.“ Er habe hinzugefügt, dass die Verbündeten Minensuchboote entsenden sollten, von denen Europa viel mehr besitze als die USA. Außerdem deutete er an, dass er Hilfe dabei erwarte, „einige böswillige Akteure an der (iranischen) Küste auszuschalten“.

Derweil geht der Krieg in der dritten Woche unvermindert weiter. In der iranischen Hauptstadt Teheran meldeten Medien eine neue Angriffswelle. Im Stadtzentrum nahe der Revolutionsstraße sei die Flugabwehr im Einsatz, berichtete das Onlineportal „Hammihan“. In sozialen Medien berichteten Kriegsbeobachter, die das Geschehen aus dem Ausland verfolgen, über zahlreiche Explosionen in mehreren Stadtteilen der Millionenmetropole.

Teherans Bevölkerung ist seit mehr als zwei Wochen vom Internet abgeschnitten. Nachrichten dringen folglich nur schwer nach außen. Am Sonntag meldete die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks zudem den Einbruch von Verbindungen bei einem der letzten Telekommunikationsnetzwerke.

Drohneneinschlag auf Flughafen von Dubai

Bei einem Drohneneinschlag in Dubai ging unterdessen ein Treibstofflager des Flughafens in Flammen auf. Einsatzkräfte brachten das Feuer am Morgen unter Kontrolle, es gab keine Verletzten, wie die Behörden des Emirats auf der Plattform X erklärten. Der Flughafen stellte den Betrieb auf Anweisung der Luftfahrtbehörde vorübergehend ein.

Auch Israel wurde in der Nacht wieder aus dem Iran mit Raketen beschossen. Berichte über Verletzte gab es jedoch nicht.

Irans Luftstreitkräfte haben eigenen Angaben zufolge seit Kriegsbeginn 700 Raketen auf Ziele in Israel sowie auf US-Stützpunkte in der Golfregion gefeuert. Daneben seien rund 3.600 Kamikazedrohnen mit Sprengladungen eingesetzt worden, berichteten die iranischen Onlineportale „Tabnak“ und „Avash“ unter Berufung auf einen Sprecher der Revolutionsgarden.

General Ali Mohammed Naini, Sprecher der Revolutionsgarden, hatte dem iranischen Staatsfernsehen am Sonntag ein Interview gegeben, aus dem auch die Nachrichtenagentur Fars zitierte, die der Elitestreitmacht nahesteht. Naini sagte demnach, dass viele der abgefeuerten Raketen aus alten Beständen stammten. Viele aus neuer Produktion seien noch nicht zum Einsatz gekommen.

Macron appelliert an Iran

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron appellierte an seinen iranischen Kollegen Massud Peseschkian, Angriffe auf Länder in der Region sofort zu stoppen. „Ich habe ihn aufgefordert, die inakzeptablen Angriffe, die der Iran gegen die Länder der Region führt - sei es direkt oder über Stellvertreter wie im Libanon und im Irak -, unverzüglich einzustellen“, schrieb Macron nach einem Telefonat mit Peseschkian auf der Plattform X.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Freitag einem Militäreinsatz in der Meerenge eine Absage erteilt. Für ihn gebe es im Augenblick „keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken“, sagte der CDU-Vorsitzende. Deutschland sei nicht Teil dieses Kriegs „und wir wollen es auch nicht werden“, betonte er.

Blauhelme im Libanon unter Beschuss

Unterdessen gerieten im Libanon erneut Friedenstruppen unter Beschuss. Blauhelmsoldaten seien auf Patrouille in der Nähe ihrer Stützpunkte im Süden gewesen, als sie mutmaßlich von nicht staatlichen bewaffneten Gruppen beschossen worden seien, teilte Unifil mit. Verletzt worden sei niemand.

Im Libanon sind im Zuge des Iran-Kriegs die Kämpfe zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz und Israels Militär wieder aufgeflammt. Immer wieder geraten die Blauhelmsoldaten im Grenzgebiet zu Israel zwischen die Fronten. Erst vor rund einer Woche wurden drei Unifil-Soldaten verletzt. Derweil berichteten Augenzeugen von neuen israelischen Angriffen auf südliche Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut, die als Hochburg der Hisbollah gelten.

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5 Kommentare
Guy Mathey 16.03.202617:10 Uhr

Da bricht der von Gott gesalbte Vergewaltiger und US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit dem Genozidverantwortlichen Kriegsverbrecher Benjamin Netanjahu einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg (Ja, dieser Begriff ist nicht exklusiv für Russland reserviert!) gegen Irans Mullahdiktatur vom Zaun und plötzlich ist die schönste vergoldete Armee der Welt überfordert! Jetzt sollen gar die NATO und andere Länder die beiden Kriegsverbrecher unterstützen, wohl damit sie weiterhin ungestört Palästinenser*innen und Libanes*innen töten können. Sollen er und seine evangelikalen Freunde doch ihren Gott um Hilfe bitten. Für Europa jedenfalls ist es längst überfällig klar auf Distanz zu diesen beiden Schwerstverbrechern zu gehen. Bloss fehlt mir derzeit der Glauben daran, dass dies wirklich passieren wird. Kein europäischer Soldat darf im Dienst von Trump und Netanjahu sterben!

RCZ 16.03.202614:30 Uhr

Trump verkackt alles und andere sollen den Dreck beseitigen. Wer wird Trump von der Weltbühne entfernen bevor es zu spät ist?

Emil Müller 16.03.202613:46 Uhr

Eine schwierige politische Situation, natürlich ist die erste Reaktion jene die hier vermehrt zu lesen ist. Allerdings ist es auch klar, dass dies genau jene Reaktion ist, auf die Trump hofft und politisch ausschlachten will. Es ist eben, genau wie im Fall mit der Nato und der Ukraine, kein direkter Nato-Fall, jedoch können die Staaten sich absprechen und helfen. Der Unterschied ist, dies ist ein Angriffskrieg und kein Verteidigungskrieg. Andererseits, würden wir Schiffe "nur" in internationale Gewässer positionieren und nicht direkt in einen Krieg eingreiffen... Hier bräuchte es einen starken Aussenminister um diese Problematik geschickt zu umschiffen... bereiten wir uns also auf das Schlimmste vor denn es wird noch schlimmer kommen.

Manfred Reinertz Barriera 16.03.202612:55 Uhr

Das ist doch wohl das Letzte, erst lässt das Großmaul sich von Netanyahu in einen Krieg manövrieren, wir haben die Bescherung und nun sollen wir ihm den Hormus Istmus freikaempfen, während er weiter mit seinem Kumpan Iran und Libanon bombardiert......

Ph 16.03.202611:34 Uhr

Den Donnie nach nett emol am Stand matt sein Scheiss selwer op en Enn ze brengen
Eng absolut Null , dass KEEN NATO KRICH an elo sollen aner Nato Natiounen an SEIN KRICH EN UGREFFS KRICH matt eran zegun gin schäbeg schäbeg Donnie so einfach Ech kann neischt an gei op den Golf Terrain.

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