Krise
Trumps Grönlandpolitik empört EU-Politiker
Die Erpressungsversuche des US-Präsidenten Donald Trump gegen die europäischen Verbündeten, um sein Vorhaben voranzutreiben, Grönland in Besitz zu nehmen, treffen auf Empörung in der Europäischen Union. Noch werden Dialog und Lösungsansätze angeboten, doch die Rufe nach Strafmaßnahmen in den Handelsbeziehungen sind eindeutig zu vernehmen.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas gab in der Debatte im EU-Parlament den Ton an als sie sagte, dass Grönland seinem Volk gehört Foto: Philippe Buissin/European Union 2026/EP
„Grönland gehört seinem Volk. Keine Drohungen, keine Zölle können daran etwas ändern. Souveränität kann man nicht kaufen“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas gestern im Europäischen Parlament (EP) zu Beginn einer Aussprache der Abgeordneten zum Thema „Territoriale Integrität und Souveränität Grönlands und des Königreichs Dänemark: Notwendigkeit einer einheitlichen Reaktion der EU auf die Erpressungsversuche der USA“. Damit hatte die Estin den Ton der Debatte gesetzt, von dem quasi niemand der nachfolgenden Redner abweichen sollte.
Zuvor hatte bereits die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im von Straßburg nicht so weit entfernten Davos in ihrer Rede vor dem Weltwirtschaftsforum Washington noch einmal die Hand ausgestreckt. Die „Menschen in den Vereinigten Staaten“ seien „nicht nur (...) unsere Verbündeten, sondern auch (...) unsere Freunde“, sagte Von der Leyen und schlug vor, gemeinsam mit den USA „an einem umfassenderen arktischen Sicherheitskonzept“ zu arbeiten. Grönland und Dänemark sicherte sie die „volle Solidarität“ der EU zu und erklärte: „Die Souveränität und Integrität ihres Territoriums ist nicht verhandelbar.“ Neben Ankündigungen zu einem weiteren Engagement der EU in der Arktis-Region und insbesondere in Grönland, machte die EU-Kommissionschefin jedoch auch deutlich, dass die EU ihre „Unabhängigkeitsbestrebungen auf allen Ebenen beschleunigen“ werde, vor allem in Sachen Sicherheit, Wirtschaft und Verteidigung.