Julian Dörr

Warum die Terroranschläge der Startschuss für das Zeitalter der Desinformation war

Mit dem 11. September wanderten Verschwörungsmythen endgültig ins digitale Zeitalter – befeuert vom Aufstieg des Internets und neuen Plattformen.

Der Schock danach saß tief

Der Schock danach saß tief ADAM GRAY

„9/11 was an inside job!“ Diese Verschwörungstheorie ist in den Jahren nach den Terroranschlägen vom 11. September beinahe zum geflügelten Wort geworden. Schon kurz nach den Anschlägen entstand das sogenannte „9/11 Truth Movement“, ein loser Zusammenschluss von Menschen, die glaubten, dass der Zusammenbruch der Zwillingstürme ein von der US-Regierung inszeniertes oder zumindest geduldetes Verbrechen gewesen sei.

Nun sind Verschwörungstheorien wohl so alt wie die menschliche Zivilisation selbst, Mythen von Brunnenvergiftungen lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen, oft in Kombination mit antisemitischen Narrativen. 9/11 aber hat der modernen Verschwörungstheorie den Weg in den gesellschaftlichen Mainstream geebnet und ein Zeitalter eingeläutet, das bis heute von massenverbreiteter Desinformation und Fake News geprägt ist. Was auch daran liegt, dass die Anschläge vom 11. September 2001 genau in jenem Zeitfenster stattfanden, als sich die Art und Weise, wie wir kommunizieren und wie sich Informationen verbreiten, binnen weniger Jahre radikal veränderte.

Das junge Internet half der Verbreitung von Verschwörungstheorien wie der des 9/11-Inside-Jobs, die Algorithmen der entstehenden sozialen Medien befeuerten sie. In den Theorien zum 11. September steckten noch Überreste aus dem leicht zu belächelnden Okkult-Irrsinn der 90er (UFOs, Echsenmenschen, Flacherde), aber auch schon eine gehörige Portion Vertrauensverlust in Staat und Medien. Letzteres beschäftigt uns heute mehr denn je.

1 Kommentare
Luxmann 12.09.202606:35 Uhr

Wenn man sieht wie verschiedene US regierungen den 911 bis heute instrumentalisieren um angriffskriege zu rechtfertigen...zuerst Bush gegen den Irak und heute Trump gegen den Iran...brauch man sich allerdings nicht ueber solche "theorien" zu wundern.

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