Kulturkampf um Europa

Was uns die Visite von US-Außenminister Marco Rubio sagen soll

Mit seinem jüngsten Besuch in Europa hat US-Außenminister Marco Rubio die Europäer nicht wirklich beruhigt, sondern eher – wenn auch auf eine freundlichere Weise – in ihrer Gewissheit bestätigt, dass die Zeiten nun andere sind.

US-Außenminister Marco Rubio kommt auf dem internationalen Flughafen Liszt Ferenc in Budapest an

US-Außenminister Marco Rubio kommt auf dem internationalen Flughafen Liszt Ferenc in Budapest an Foto: Alex Brandon/Pool AP/AP/dpa

Bei vielen musste offensichtlich die Rede des US-Außenministers Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz erst etwas sacken, bevor deutlich wurde, dass sich inhaltlich nichts zum Besseren wenden würde. Rubios Auftritt war mit einer gewissen Spannung erwartet worden, da vor allem die letztjährige Rede des US-Vizepräsidenten J.D. Vance noch weiterhin nachhallte. Der Kontrast dazu war mehr als deutlich, was sich schon allein an der ersten Reaktion des Leiters der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, festmachen lässt, als er sich beim Ausklingen des Beifalls an Rubio wandte: „Mr. Secretary, ich bin mir nicht sicher, ob Sie das erleichterte Aufatmen in diesem Saal vernommen haben, als wir gerade einer Botschaft lauschten, die ich als Botschaft der Zusicherung und der Partnerschaft interpretieren würde.“

In der Tat kam Marco Rubio nicht wie sein Vorgänger in München mit einem breiten Pflug angefahren, sondern holte seine europäischen Zuhörer dort ab, wo sie sich gerne im Vergleich zu den USA verorten: in ihrer Geschichte, als er von der gemeinsamen Zivilisation sprach – „We are part of one civilization – Western civilization.“ –, dem italienischen Entdecker und den englischen Siedlern. Oder als er die Kultur ansprach, Mozart und Beethoven, Dante und Shakespeare, die Beatles und Rolling Stones.

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