Klimabericht

Der Frühling in Luxemburg war zu warm, zu trocken und zu sonnig

Neun Sommertage statt der üblichen drei – und kein einziger Tag mit Schnee. Der Frühling brachte Luxemburg zu warmes, zu trockenes und zu sonniges Wetter.

Die Menschen konnten den Frühling in Luxemburg draußen genießen – normal war das verglichen mit den Referenzwerten nicht

Die Menschen konnten den Frühling in Luxemburg draußen genießen – normal war das verglichen mit den Referenzwerten nicht Foto: Editpress/Julien Garroy

Der März war laut dem EU-Klimawandeldienst Copernicus der zweitwärmste in Europa seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der April belegt Platz zehn der wärmsten Aprilmonate in Europa. Und der Mai ließ den Kontinent unter einer Hitzewelle stöhnen. Die Frühlings-Bilanz von Meteolux für Luxemburg fällt dementsprechend wenig überraschend aus: Es war zu warm, zu trocken und zu sonnig.

Zu hohe Temperaturen

Die mittlere Lufttemperatur im Frühling lag laut Meteolux bei 10,8 Grad Celsius. Damit war sie um 1,1 Grad höher als in der Referenzperiode von 1991 bis 2020. Das absolute Maximum von 29,7 Grad wurde am 26. Mai registriert. Der höchste Wert bisher aus dem Jahr 2017 wurde damit um knapp zwei Grad verpasst. Der absolute Tiefstwert wurde mit -2,6°C am 27. März erreicht.

Der März lag mit einer Monatsmitteltemperatur von 7,2 Grad 1,5 Grad über dem Referenzwert. Im April erreichte die Durchschnittstemperatur 10,7 Grad und im Mai 14,6 Grad – die beiden Monate lagen damit 1,1 Grad über dem langjährigen Mittelwert der Referenzperiode.

In diesem Frühjahr registrierte Meteolux insgesamt fünf Frosttage (Minimum der Lufttemperatur < 0°C) und keine Eistage (Maximum der Lufttemperatur < 0°C). Das ist ungewöhnlich: Die Anzahl der Frosttage liegt beim langjährigen Mittelwert bei 10,5 Tagen. In diesem Frühjahr traten laut Meteolux bereits neun Sommertage mit einer Lufttemperatur von mehr als 25 Grad auf. Auch das liegt weit entfernt von der Norm: Der Mittelwert liegt bei 3,5 Tagen.

Zu wenig Regen

„Der Frühling wurde insgesamt von beständigen Hochdrucklagen über Mittel- und Westeuropa geprägt“, schreibt Meteolux. Weil die Frontensysteme dauerhaft blockiert waren, hat es zu wenig geregnet – vor allem im April. Er war mit einer Niederschlagssumme von nur 9,8 Litern pro Quadratmeter sehr trocken. Die sonst übliche Menge an Niederschlag wurde um rund 80 Prozent unterschritten. Auch der März und der Mai waren zu trocken. Der März unterschritt die übliche Regenmenge um rund 32 Prozent. Im Mai regnete es 19 Prozent weniger als in der Referenzperiode 1991 bis 2020.

Mit 32 Niederschlagstagen lag das Frühjahr unter dem Mittelwert von 41,5 Tagen. Außerdem gab es keinen Schnee – obwohl der Normalwert für Schneedeckentage bei 2,6 Tagen liegt.

Zu viele Sonnenstunden

Reichlich gab es hingegen Sonnenstunden. Das Frühjahr übertraf laut Meteolux mit 681,8 Stunden den Normalwert um rund 22 Prozent. Im langjährigen Mittel scheint statistisch 560,9 Stunden die Sonne. März und April wichen erneut deutlich vom Referenzwert ab. Im März wurde eine Sonnenscheindauer von 191,3 Stunden erreicht. Das sind rund 40 Prozent über dem Monatssoll. Der April übertraf mit 273,5 Stunden den Referenzwert um rund 38 Prozent. Der Mai wich nur um rund vier Prozent vom Mittelwert ab – und lag sogar darunter.

So berechnet Meteolux die Werte

Meteolux betreibt auf dem Flughafengelände Findel eine meteorologische Station. Die Klimawerte für den meteorologischen Frühling vom 01. März 2026 bis einschließlich 31. Mai 2026 wurden aus diesen Daten berechnet. Die Angaben zum Niederschlag basieren auf Tagessummen von 6 Uhr am Morgen bis 6 Uhr am nachfolgenden Tag.

Die Referenzperiode bezieht sich auf den Zeitraum 1991 bis 2020. Klimareferenzperioden ermöglichen, den aktuellen Witterungszustand sowohl zum gegenwärtigen Klimazustands einer Region, als auch zur langfristigen Entwicklung des Klimas in der Region in Beziehung zu setzen.

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