Biennale

Die Kacke am Dampfen: Luxemburgs Beitrag „La Merde“ von Aline Bouvy

Inmitten einer von politischen Protesten erschütterten Biennale präsentiert die Künstlerin Aline Bouvy für Luxemburg „La Merde“, einen sprechenden Kackhaufen. Was nach plumper Provokation klingt, ist eine feinfühlige Betrachtung geworden über Scham, soziale Normen und den Scheißkerl Mensch.

Mensch hinter Kackfassade zeigt „La Merde“ als Dekonstruktion von Scham und Tabubruch in moderner Kunst

Der Mensch hinter der Kackfassade: „La Merde“ geht es weniger um den Tabubruch als um die Dekonstruktion von Scham Foto: Ernest Thiesmeier

Eine Menschenmenge strömt in den Raum. Menschen jeden Alters und Geschlechts. Manche scherzen, andere schauen vorfreudig, andere ernst und konzentriert. Sie nehmen Platz auf einigen Klappstühlen, blicken auf eine Bühne. Dann tritt eine Kackwurst ans Mikrofon.

Was so lieblos runtergeschrieben wie der Beginn eines schlechten Witzes klingt, ist der Anfang des Films „La Merde“ von Aline Bouvy, der Beitrag Luxemburgs zur diesjährigen Kunstbiennale in Venedig.

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