Wiltz
Die Künstlerresidenz „Dialogue“ verlässt das Deltgen-Haus – und startet in eine neue Phase
Die Künstlerresidenz „Dialogue“ verabschiedet sich vom Deltgen-Haus in Wiltz – und erfindet sich neu. Zwischen Abriss, Atelier und Aufbruch wird deutlich, worum es wirklich geht: Arbeitsbedingungen, Austausch und die Frage, wie eine Stadt mit ihren Räumen umgeht.
Zu Besuch bei der Finissage der ersten Phase von „Dialogue“ im Haus Deltgen in Wiltz Foto: Carole Theisen
Das Deltgen-Haus in der Wiltzer Grand-rue war einst ein Fotoladen. Seit Anfang 2025 ist es Atelier, Wohnraum, Diskursort. Künstler*innen lebten hier für mehrere Wochen, arbeiteten vor Ort, öffneten ihre Prozesse punktuell für die Öffentlichkeit. Nun ist es vorbei: Am 28. Februar 2026 lief der Mietvertrag mit der Gemeinde aus, die bauliche Zukunft ist entschieden. Doch für das Team von „Dialogue“ markiert das Datum weniger einen Schlusspunkt als eine Verschiebung.
Die erste Phase war bewusst als Test angelegt. Die Gemeinde Wiltz hatte die Cooperations asbl beauftragt, das bestehende Kulturkonzept weiterzuentwickeln. Statt punktueller Veranstaltungen sollte der Fokus stärker auf Kreation liegen. „Mit diesem Moment endet ein Kapitel und beginnt eine neue Saison“, sagt Projektleiter Marc Scheer. „Es war ein unglaublich schönes Jahr, in dem wir viele wunderbare Menschen getroffen und viele tolle Projekte umgesetzt haben. Aber wir haben auch gemerkt, dass wir manche Aspekte einer Residenz unterschätzt haben und an einigen Stellen noch dazulernen müssen.“ Der Übergang ist sichtbar, greifbar, hörbar.