Hollerich
108 Gräber beschädigt: Diebe hatten es auf Metall abgesehen
Unbekannte haben sich in Hollerich Zugang zum Friedhof verschafft und Grabkreuze sowie weitere Objekte aus Metall gestohlen. Die Gemeinde spricht von beispiellosem Diebstahl und hat Anzeige erstattet.
Diebe haben auf dem Hollericher Friedhof Grabkreuze entwendet Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Unbekannte sind in den Friedhof in Hollerich eingebrochen und haben mehrere Grabkreuze gestohlen. Wie ein Mitarbeiter gegenüber dem Tageblatt bestätigte, brachen die Täter zunächst ein Vorhängeschloss auf und verschafften sich mit einem Lieferwagen Zugang zu dem Gelände. Hinweise auf Graffiti oder eine gezielte Grabschändung gebe es nicht.
Die Tat geht Tageblatt-Informationen zufolge auf das erste Juli-Wochenende zurück. Ein Anwohner berichtete, dass bei 110 Gräbern Metallelemente beschädigt und entfernt worden seien: „Alles, was Metall ist, Kreuze und Buchstaben, wurde herausgerissen.“
Stadt hat Anzeige erstattet
Auf Nachfrage verwies der „Service cimetières“ am Montag lediglich auf die Pressestelle der Stadt Luxemburg.* Diese antwortete am Dienstag, dass der Diebstahl am 29. Juni gemeldet worden sei und auf das Wochenende vom 27. Juni zurückgehe. Laut Gemeinde wurden 108 Gräber beschädigt, wobei Kreuze und andere Objekte aus Bronze, Kupfer und Messing gestohlen wurden.
„Sämtlech Konzessionären si schrëftlech informéiert ginn“, so die Pressestelle. Zuvor hatte eine Betroffene gegenüber dem Tageblatt berichtet, sie sei mit einem Brief über den Vorfall informiert worden.
Die Stadt gibt ebenfalls an, dass der Diebstahl im Hollericher Friedhof in diesem Umfang beispiellos sei. Sie habe Anzeige erstattet, könne allerdings aufgrund der laufenden Ermittlungen keine weiteren Details zum Tathergang geben. Tageblatt-Informationen zufolge hatten die Täter versucht, eine Bronzestatue mit einem Lieferwagen zu entwenden.
Die Tat erinnert an einen Vorfall vor elf Jahren. Im Juli 2015 verschafften sich Unbekannte Zutritt zum Friedhof und entwendeten ebenfalls Kreuze und Messingstangen von elf Gräbern. (les/gold)
*In einer ersten Version des Artikels, der am Montag (13.7.2026) erschienen war, lagen der Redaktion noch keine Antworten auf die Presseanfragen vor. Die Informationen wurden mit der Rückmeldung der Stadt Luxemburg am folgenden Tag ergänzt.