„Biergerpakt“ startet
Familienministerium will Menschen stärker zusammenbringen
Mit einem neuen Aktivitätenkatalog will das Familienministerium den interkulturellen Austausch in Luxemburg fördern. Bei der Vorstellung des „Biergerpakt“ erklärte Minister Max Hahn zudem, warum die Kampagne auf KI-generierte Bilder setzt.
Familienminister Max Hahn (DP) stellte am Donnerstag die neue Kampagne zum „Biergerpakt“ vor Foto: Editpress/Sandra Lutz
Mit dem neuen „Biergerpakt“ und unter dem Motto „Lëtzebuerg zesumme liewen“ will das Familienministerium das interkulturelle Zusammenleben in Luxemburg stärken. Im „Musée national des mines“ in Rümelingen stellte Familienminister Max Hahn (DP) am Donnerstagmorgen das Programm vor, das sich an alle volljährigen Menschen richtet, die in Luxemburg leben oder arbeiten. Dies unabhängig davon, ob sie erst seit Kurzem im Land sind oder bereits seit Jahrzehnten hier wohnen. Ziel sei es, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen und ihnen Luxemburg näherzubringen.
Der „Biergerpakt“ baut auf einem Katalog kostenloser Aktivitäten auf, die vom Sprachcafé über geführte Besichtigungen und kreative Workshops hin zu Kinoabenden, Vorträgen, Online-Informationsveranstaltungen und Podcasts reichen. Bestehende Angebote sollen dabei nicht ersetzt, sondern gebündelt und sichtbarer gemacht werden. Partner sind unter anderem Gemeinden, Museen, Vereine sowie verschiedene staatliche Einrichtungen.
Warum KI-Bilder?
Mit diesem KI-generierten Bild wurde Anfang dieser Woche die Kampagne gestartet Generiertes Bild: Familienministerium
Das Werbematerial zum „Biergerpakt“ setzt auf KI-generierte Bilder statt auf Fotografien. Auf Nachfrage des Tageblatt erklärte Familienminister Max Hahn, dies sei eine bewusste Entscheidung gewesen. Die künstlich erzeugten Motive sollten die Vielfalt Luxemburgs – unterschiedliche Menschen, Landschaften und Traditionen – in einem einzigen Bild vereinen. Gleichzeitig habe man vermeiden wollen, einzelne Regionen oder reale Personen hervorzuheben. Die KI ermögliche eine solche symbolische Darstellung der gesellschaftlichen Vielfalt.
Präsenz- und Onlineformate
„Land und Leute kennenlernen“ sei der Leitgedanke des Projekts, erklärte Hahn. Wer die Menschen und das Land kenne, identifiziere sich leichter mit Luxemburg und könne sich aktiver in die Gesellschaft einbringen. Deshalb richte sich das Angebot ausdrücklich auch an Grenzgänger sowie an Personen mit internationalem Schutzstatus.
Das Angebot umfasst sowohl Präsenz- als auch Onlineformate. Neben Besuchen politischer Institutionen, kultureller Einrichtungen oder Unternehmen werden kostenlose Online-Sprachkurse in den drei offiziellen Landessprachen angeboten. Hinzu kommen Sprachcafés in Zusammenarbeit mit der Organisation ASTI sowie Online-Seminare etwa zu Sozialleistungen, Rentenansprüchen oder administrativen Fragen, die sich insbesondere auch an Berufspendler richten. Ergänzt wird das Programm durch Podcasts und regelmäßige Orientierungstage mit über 50 Informationsständen.
Nach Angaben des Ministers haben sich bislang rund 6.400 Personen registriert – darunter 200 Personen mit internationalem Schutzstatus. Eine konkrete Zielmarke wollte Hahn nicht nennen. „Entscheidend ist, dass die Teilnehmenden das Angebot tatsächlich nutzen und sich aktiv am gesellschaftlichen Leben beteiligen“, so der Familienminister. Gemeinden, die den „Biergerpakt“ unterstützen, erhalten zudem fünf Euro pro eingeschriebenem Teilnehmenden aus ihrer Kommune als Anreiz.
Kostenlose Online-Anmeldung
Im Anschluss an die Präsentation wurde die praktische Umsetzung vorgestellt. Die Anmeldung erfolgt kostenlos über die Plattform „MyGuichet“. Anschließend erhalten die Teilnehmer Zugang zum Online-Katalog und regelmäßige Informationen über neue Veranstaltungen. Es bestehe auch die Möglichkeit, sich telefonisch beim Ministerium zu informieren, die Registrierung erfolge in jedem Fall dennoch per Internet.
Auf die Frage des Tageblatt, wer die zahlreichen Formationen und Sprachangebote künftig personell stemmen solle, verwies Hahn darauf, dass insbesondere die Online-Sprachkurse keine zusätzlichen Lehrkräfte benötigten. Es handele sich dabei um digitale Lernprogramme. Die Sprachcafés wiederum bauten auf bestehenden lokalen Angeboten und freiwilliger Sprachpraxis auf. Der „Biergerpakt“ solle diese Initiativen vorwiegend besser vernetzen und sichtbarer machen, anstatt neue Parallelstrukturen aufzubauen.
Mit der nun gestarteten Kampagne soll der „Biergerpakt“ landesweit bekannter werden. Das Familienministerium setzt dabei sowohl auf klassische Werbung als auch auf Empfehlungen der Teilnehmer selbst. Denn, so Hahn, gelebtes Zusammenleben entstehe hauptsächlich dort, wo Menschen einander begegnen.