Fünf Kinder und vier Betreuer im Krankenhaus
Eichenprozessionsspinner waren für rätselhaften Hautausschlag in Hosingen verantwortlich
Ein größerer Einsatz des CGDIS hat am Donnerstagabend in Hosingen für Aufsehen gesorgt. Mehrere Kinder und Betreuer entwickelten plötzlich Hautausschlag und Juckreiz. Nun ist der Schuldige bekannt.
Eichenprozessionsspinner haben mehrere Kinder und Betreuer ins Krankenhaus geschickt Foto: Editpress/Lisa Goedert
Ein rätselhafter Vorfall hat am Donnerstagabend einen Großeinsatz des CGDIS in Hosingen bei der Sporthalle ausgelöst. Fünf Kinder und vier Betreuer des Ferienlagers der „Croix-Rouge“ vor Ort mussten nach dem Kontakt mit einer bislang unbekannten Substanz medizinisch versorgt und ins Krankenhaus gebracht werden. Davon berichtete zuerst RTL.
Romain Wester Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Am Freitagmorgen wurde das Mysterium aufgeklärt: Eichenprozessionsspinner waren für den Ausschlag verantwortlich, wie Bürgermeister Romain Wester und das Rote Kreuz auf Nachfrage des Tageblatt bestätigen. Ein Nest der Raupen sei auf einem der Naturspielplätze rund um das „Centre écologique“ gefunden worden.
Der Bürgermeister erklärt, dass man am frühen Morgen die ANF („Administration de la nature et des forêts“) kontaktiert habe. Der zuständige Förster und seine Mitarbeitenden hätten das Gelände mit den Naturspielplätzen abgesucht und festgestellt, dass in einem Gestrüpp eine ganze Reihe Nester des Eichenprozessionsspinners sind.
„In diesen Hecken gibt es Gänge und Höhlen, in denen die Kinder verstecken spielen können“, so Wester. Dass der Kontakt mit den Raupen die Ursache des Ausschlags sei, habe auch die „Santé“ inzwischen bestätigt. „Den Kindern geht es wieder gut, das ist das Allerwichtigste. Auch die betroffenen Betreuer und Sanitäter sind wohlauf.“
„Das Phänomen tritt schon seit Jahren in Luxemburg auf, hier oben im Ösling hatten wir aber bisher keine wesentlichen Probleme damit“, so Wester.
Was passiert ist
Nach Informationen von RTL wurden die Rettungskräfte gegen 18 Uhr alarmiert, nachdem mehrere Kinder Hautausschlag entwickelt hatten. Laut dem Einsatzleiter des CGDIS wurde zunächst ein Krankenwagen zum Einsatzort gerufen. Kurz darauf zeigten jedoch auch die Sanitäter dieselben Symptome, weshalb die spezialisierte NRBC-Einheit des CGDIS hinzugezogen wurde. Diese kommt bei nuklearen, radiologischen, biologischen und chemischen Gefahren zum Einsatz.
Die Betroffenen wurden noch vor Ort dekontaminiert. Sie duschten am Einsatzort und erhielten Ersatzkleidung, bevor sie zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht wurden. Insgesamt waren fünf Kinder und vier Erzieher betroffen. Weitere 13 Kinder, die sich ebenfalls im Gebäude befanden, entwickelten hingegen keine Symptome. Insgesamt waren rund 30 Einsatzkräfte verschiedener CGDIS-Einheiten im Einsatz.
Wie es weitergeht
Eine Spezialfirma werde die Eichenprozessionsspinner noch am Freitag entfernen, sagte Bürgermeister Wester. Das Ferienlager kann indes weiterlaufen, so die „Croix-Rouge“. Die Kinder, die ins Krankenhaus gebracht worden waren, konnten wieder nach Hause zurückkehren. „Ihr Gesundheitszustand ist gut“, schreibt das Rote Kreuz. Sie müssen lediglich die notwendige Behandlung fortsetzen. (DJ, dr)